Piloten der Air France sagen Streik ab

21. Juni 2016, 22:18
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Kein zweiter Ausstand während Fußball-EM – Konzernführung lenkt ein

Paris – Die Piloten der Fluggesellschaft Air France haben ihren für das Wochenende geplanten Streik abgesagt. Die Gewerkschaften reagierten damit am Dienstag auf die Ankündigung des künftigen Konzernchefs Jean Marc Janaillac, eine strittige Zulagen-Absenkung vorerst auf Eis zu legen. Im Gegenzug forderte die Unternehmensführung einen viermonatigen Verzicht auf Arbeitskampfmaßnahmen.

"Es wird an diesem Wochenende keinen Streik geben", sagte Veronique Damon von der Pilotengewerkschaft SNPL, die rund zwei Drittel der Air France-Piloten vertritt. Die Gewerkschaft Spaf bestätigte die Entscheidung. Es wäre der zweite Ausstand während der Fußball-Europameisterschaft gewesen. Drei Pilotengewerkschaften hatten zu einem Streik vom 24. bis zum 27. Juni aufgerufen – vom 25. bis zum 27. Juni werden die EM-Achtelfinalspiele ausgetragen. Der Streik sollte am Freitag um 00.01 Uhr beginnen und am 27. Juni um Mitternacht enden.

Janaillac, der am 4. Juli sein Amt antritt, hatte sich zuvor am Dienstag mit den Gewerkschaftsvertretern getroffen. In einer im Anschluss verbreiteten Erklärung teilten diese mit, sie würden "seine ausgestreckte Hand" ergreifen.

Die Piloten verlangen unter anderem Beschäftigungszusagen und protestieren gegen eine Senkung ihrer Zulagen. Zum 1. Juni waren eine Reihe von Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der französischen Fluggesellschaft in Kraft getreten. Unter anderem wurden die Nachtzuschläge für Piloten von bislang 50 Prozent auf 40 Prozent gesenkt. Die Gewerkschaften befürchten auch, dass die Fluggesellschaft mit dem Ausbau von Billigtöchtern wie Hop! und Transavia Pilotenstellen bei Air France selbst streichen könnte.

Derzeit gibt es in Frankreich eine ganze Reihe von Streiks, Demonstrationen und Blockaden. Die meisten Protestaktionen richten sich gegen eine Arbeitsmarktreform, mit der Staatschef François Hollande im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit die 35-Stunden-Woche und den Kündigungsschutz lockern will. (APA, 21.5.2016)

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