Österreichs Volleyball-Herren erstmals für Final Four der European League qualifiziert

21. Juni 2016, 19:07
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Ein deutscher Coach und Legionäre verhelfen dem Team zum Höhenflug

Wien – "Das ist der größte Erfolg für Österreichs Herrenteam überhaupt." Peter Kleinmann, der Präsident des Volleyballverbands, ist hin und weg. Zum ersten Mal hat sich die Nationalmannschaft fürs Final Four der European League qualifiziert, das kann sich sehen lassen. Anfang Juli geht es in Varna, Bulgarien, um einen Platz in der lukrativen World League 2017, Österreichs Gegner neben den Gastgebern werden Estland und Mazedonien sein.

Mit den starken Esten hatten es die Österreicher auch in der Gruppenphase zu tun, da allein zogen sie zweimal 1:3 den Kürzeren, wobei da wie dort Chancen auf einen zweiten Satzgewinn vergeben wurden. Gegen Weißrussland und Luxemburg gab's je zwei Siege, das reichte locker für Rang zwei und die Finalqualifikation.

Die Volleyballer, wenn man so will, wandeln auf den Spuren der Fußballer, wenn auch nicht mit einem Schweizer, sondern mit einem deutschen Teamchef. Michael Warm ist seit 2010 im Amt, im Mai hat der 48-Jährige seinen Vertrag um drei Jahre bis 2019 verlängert – obwohl er, wie seinerzeit Koller, das Angebot hatte, in seiner Heimat Teamchef zu werden. Warm hat lange nachgedacht und sich für Österreich entschieden. "Das ist ein Projekt, das mir absolut Freude macht. Das hier ist noch nicht beendet, ich sehe noch ganz viel Potenzial." Nebenbei ist er Coach der United Volleys in der deutschen Liga. "Beide Projekte ergänzen sich gut."

Österreichs Volleyball stützt sich – wie der Fußball – auf eine ganze Reihe von Legionären. Jeder Zweite im 14-köpfigen Teamkader steht im Ausland unter Vertrag. Zuletzt unterschrieb Teamkapitän Peter Wohlfahrtstätter für ein Jahr im Volleyball-Boomland Polen beim Erstligisten Kielce. Außenangreifer Alexander Berger wechselt in Italien von Pallavolo Padua zum Champions-League-Teilnehmer Perugia, den er "sicherlich eine der besten Adressen im Volleyball" nennt.

Von 16 Matches in dieser Länderspielsaison hat Österreich zwölf gewonnen. "Die Mannschaft hat bewiesen", sagt Warm, "dass sie, auch wenn es eng wird, die nötige Stabilität hat und eine Partie zu Ende spielen kann. Wir haben uns das Final-Four-Ticket redlich verdient." Nicht zuletzt ist das Team in der EM-Qualifikation in die zweite Phase aufgestiegen. Dort geht es im September neuerlich gegen Weißrussland sowie gegen die World-League-Nationen Niederlande und Türkei.

Auch beim Final Four der European League ist Österreich nicht Favorit. Peter Kleinmann tönt allerdings: "Wir sind nicht Außenseiter." Manchmal ist es gar nicht so leicht, auf dem Boden zu bleiben. Siehe Fußball. (fri, APA, 21.6.2016)

  • Peter Wohlfahrtstätter spielt im Team eine überragende Saison.
    foto: gepa pictures/ walter luger

    Peter Wohlfahrtstätter spielt im Team eine überragende Saison.

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