Roy Keane fordert irische Eier gegen Italien

21. Juni 2016, 13:36
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Gegen die als Gruppensieger feststehende Squadra muss ein Sieg her, andernfalls geht es zurück auf die Insel. Italiens Conte dürfte umfangreich rotieren

Lille – Wollen Irlands Fußballer noch länger in Frankreich verweilen, müssen sie am Mittwoch (21.00, Liveticker auf derStandard.at) Uhr in Lille etwas vollbringen, was seit 28 Jahren nicht mehr gelungen ist: ein EM-Spiel gewinnen. Gegen Italien übernahm der Co-Trainer die Rolle des Einpeitschers. "Du musst Eier haben, es ist ein Männersport", sagte Roy Keane. Für die als Gruppensieger feststehenden Azzurri ist das Match dagegen deutlich weniger bedeutungsvoll.

Die noch sieglosen Iren brauchen nach dem Remis gegen Schweden und dem 0:3 gegen Belgien ohne Wenn und Aber drei Punkte. Damit und zusätzlicher Schützenhilfe könnte der Aufstieg noch gelingen. Sollte Belgien im Parallelspiel Schweden bezwingen ist nur Platz drei möglich, wenn Schweden Belgien 1:0 besiegt und Irland selbst 3:0 gewinnt, winkt gar Rang zwei.

Ein Foul ist kein Verbrechen

"Ich habe von Beginn an gesagt, dass wir ein Spiel gewinnen müssen, um weiterkommen zu können. Und das ist immer noch der Fall", sagte Nationaltrainer Martin O'Neill. "Jetzt haben wir ein großes Spiel gegen Italien vor uns, auf das wir uns freuen können. Wir müssen unsere Enttäuschung beiseiteschieben", forderte der 64-Jährige.

Zuletzt gewannen die Iren 1988 in Deutschland 1:0 gegen England, es war zugleich ihr erstesEURO-Match. Bei der Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine gingen hingegen alle drei Gruppenspiele verloren. Auch gegen Italien setzte es in Posen eine 0:2-Niederlage. Von 13 Partien gegen die vierfachen Weltmeister gewannen die Iren nur zwei, darunter fällt das denkwürdige 1:0 am 18. Juni 1994 beim WM-Gruppenmatch in New York.

Keane spielte damals im Giants Stadium durch. Ein Erfolg wie damals kann laut der ManUnited-Legende am Mittwoch nur über härteren Einsatz gelingen. Man könne auch einmal einen Spieler so foulen, dass er vom Platz müsse, sagte der einst gnadenlose Mittelfeld-Abräumer. "Es ist kein Verbrechen. Du könntest eine Gelbe Karte bekommen oder sogar eine Rote, aber vielleicht gewinnt dein Team. Du musst Opfer bringen für deine Mannschaft. Wir sind nicht hier, um neue Freunde zu finden, das sollen die Fans machen."

Squadra mit anderem Gesicht

Was die Italiener betrifft, wird eine umfangreiche Rotation und möglicherweise sogar ein anderes System erwartet. Schon bei der Torhüter-Position beginnt das Rätselraten: Kapitän Gianluigi Buffon kämpft mit Fieberschüben und wird von Trainer Antonio Conte wohl geschont werden, als Ersatz steht Salvatore Sirigu von Paris Saint-Germain parat.

Auch für weitere Reservisten könnte die große Stunde schlagen. Leute wie Ciro Immobile, Stephan El Shaarawy, Lorenzo Insigne oder Federico Bernardeschi kamen bisher nur sporadisch oder überhaupt nicht zum Zug. "Ich werde Spielern die Gelegenheit geben, die es sich im Training verdient haben", sagte Conte. Laut italienischen Medien soll der die Startelf im Vergleich zum 1:0-Sieg gegen Schweden auf neun oder zehn Positionen verändern.

"Natürlich hoffe ich, gegen Irland von Beginn an zu spielen", sagte Stürmer Simone Zaza, der beim 1:0 gegen Schweden spät eingewechselt worden war und den Siegtreffer vorbereitet hatte. Sämtliche Akteure betonen allerdings den starken Zusammenhalt in der Gruppe. Es sei egal, wer spielt und wer auf der Bank Platz nimmt, so der Tenor. "Jeder ist wichtig. Wir sind 23 Spieler und arbeiten für ein Ziel", meinte Immobile. (APA, red, 21.6. 2016)

Mögliche Aufstellungen, Gruppe E, 3. Runde:

Italien – Irland (21.00 Uhr, Lille, Stade Pierre Mauroy, SR Ovidiu Hategan/ROM).

Italien: 12 Sirigu – 4 Darmian, 15 Barzagli, 5 Ogbonna – 2 De Sciglio, 8 Florenzi, 10 Thiago Motta, 14 Sturaro, 22 El Shaarawy – 11 Immobile, 7 Zaza

Ersatz: 1 Buffon, 13 Marchetti – 3 Chiellini, 19 Bonucci, 6 Candreva, 16 De Rossi, 18 Parolo, 21 Bernardeschi, 23 Giaccherini, 9 Pelle, 17 Eder, 20 Insigne

Fraglich: 1 Buffon (Grippe), 6 Candreva (Adduktorenprobleme)

Irland: 23 Randolph – 2 Coleman, 4 O'Shea, 3 Clark, 17 Ward – 13 Hendrick, 6 Whelan, 8 McCarthy, 19 Brady – 20 Hoolahan – 9 Long

Ersatz: 1 Westwood, 16 Given – 5 Keogh, 12 Duffy, 15 Christie, 7 McGeady, 11 McClean, 18 Meyler, 22 Quinn, 10 Keane, 14 Walter, 21 Murphy

  • Nur harte Burschen haben bei Roy Keane (rechts) ein Leiberl.
    foto: reuters/sibley

    Nur harte Burschen haben bei Roy Keane (rechts) ein Leiberl.

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