Kritik an England-Coach Hodgson nach Rochaden

21. Juni 2016, 12:19
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Enttäuschung nach Gruppenplatz zwei – Frankreich möglicher England-Gegner im Viertelfinale – Slowakei optimistisch

Saint-Etienne – England hat mit dem 0:0 gegen die Slowakei zum Abschluss der Gruppe B am Montag Wales den Gruppensieg überlassen müssen, das enttäuschende Russen 3:0 besiegte. Euphorie wollte sich im englischen Lager nach dem Erreichen der K.-o.-Phase deshalb nicht einstellen. Mit nur einem Sieg und drei Treffern blieb das Team unter den Erwartungen der Öffentlichkeit.

Kritik musste Teamchef Roy Hodgson vor allem für seine Personalpolitik einstecken. "Wenn ein Trainer sechs Spieler austauscht, ist die einzige Rechtfertigung das Ergebnis. Und Roy Hodgson hat das nicht erreicht", kritisierte die "Daily Mail". Eine Kritik, die der Teamchef nicht gelten lassen wollte. "Wenn wir gewonnen hätten, wäre die Aufstellung kein Thema gewesen. Wir waren trotz der Wechsel dominant." Zudem bezweifelte der 68-Jährige, dass die Stammformation ein besseres Ergebnis erzielt hätte. "Immerhin hätten wir dann immer noch gegen eine Mannschaft gespielt, die zu elft hinten verteidigt hätte."

Besonders dass England aufgrund des zweiten Gruppenplatzes im Viertelfinale voraussichtlich auf Frankreich treffen würde, stößt vielen sauer auf. "Er hat es für England sehr schwer gemacht, über das Viertelfinale hinauszukommen. Und das ist sein Job. Alles andere ist nur Gelaber," schrieb die "Daily Mail". Für Hodgson selbst ist das momentan Nebensache: "Jetzt müssen wir uns erst einmal auf das Achtelfinale konzentrieren." Dort wartet am Montag (21 Uhr) in Nizza der Zweite aus der Österreich-Gruppe F.

Frankreich? "Es wäre sicherlich ein interessantes Spiel"

Gänzlich konnte sich Hodgson einem Duell mit dem Gastgeber auf der Pressekonferenz nach dem Slowakei-Spiel doch nicht verschließen. "Es wäre sicherlich ein interessantes Spiel, sie würden uns vor andere Aufgaben stellen als die bisherigen Gegner, und wir könnten vielleicht mit einer Kontertaktik reüssieren."

An das Viertelfinale können die Slowaken noch nicht denken, vorerst ist unklar, ob der dritte Gruppenplatz für den Aufstieg reicht. Das Team muss hoffen, dass nach Albanien ein weiteres drittplatziertes Team mit einer schlechteren Bilanz abschließt (4 Punkte, Torverhältnis 3:3). Die Chancen dafür stehen aber gut. Schon am Dienstag könnte ein Sieg Deutschlands gegen Nordirland den Aufstieg der Slowaken fixieren.

Teamchef Jan Kozak freute sich vorbehaltlos über den Punktgewinn: "Einen Punkt gegen England zu holen ist der größte Erfolg." Tormann Matus Kozacik, der mit einer starken Leistung aufzeigte, gab sich optimistisch: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir genug getan haben, um aufzusteigen. Es war nicht einfach, weil England viele Möglichkeiten hatte." (APA, 21.6.2016)

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    foto: apa/afp/ellis
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