Boykott-Forderung: Trump-Fans laufen Sturm gegen Apple

21. Juni 2016, 11:02
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Wegen Weigerung anstehenden Parteitag zu unterstützen – Tim Cook will für andere Republikaner Spenden sammeln

Vor wenigen Tagen machte die Meldung die Runde, dass Apple dem anstehenden Parteitag der Republikaner seine Unterstützung verweigere. Im Gegensatz zu anderen IT-Konzernen wie Google oder Microsoft wolle der iPhone-Hersteller mit der Veranstaltung, in deren Rahmen Donald Trump zum Präsidentschaftskandidaten gekürt werden soll, nichts zu tun haben.

Boykott

Nun folgt, was folgen musste: Die Schar der Trump-Supporter reagiert auf diese Meldung mit großer Empörung, und macht ihrem Unmut in den sozialen Medien Luft. Neben zahlreichen nicht zitablen Beschimpfungen, wird dabei auch immer wieder die Forderung nach einem Boykott von Apple-Produkten laut, wie Meedia berichtet.

Überraschen darf dies alleine deswegen schon nicht, weil Trump selbst bereits vor einigen Monaten zu einem Apple-Boykott aufgerufen hatte. Anlass war damals die Weigerung des Unternehmens dem FBI beim Entsperren des iPhones eine der Attentäter von San Bernardino zu helfen, da man dafür ganz grundlegend die Sicherheit der eigenen Software unterwandern hätte müssen.

Kritik

Aktuell werfen Trump-Fans Apple unter anderem Heuchelei vor. Denn während man den Republikaner-Parteitag nicht unterstützen wolle, operiere der Konzern in Ländern, in denen es äußerst schlecht um die Einhaltung von Menschenrechten gehe. Auch der Hinweis auf die Arbeitsbedingungen in den chinesischen Fabriken des Apple-Fertigers Foxconn darf in diesem Zusammenhang natürlich nicht fehlen. In den Chor der Kritiker hat sich wie zu erwarten auch der konservative Nachrichtensender Fox eingereiht.

Reaktion?

Indirekt scheint der Protest auch bereits Wirkung zu zeigen. Wie am Montag bekannt wurde, will Apple-Chef Tim Cook nun nämlich für andere Republikaner wie den Sprecher des Repräsentantenhaus, Paul Ryan, Spenden sammeln. Damit will das Unternehmen wohl verhindern, dass sämtliche Brücken zu der Partei abgebrochen werden – und die eigene Verweigerungshaltung auf die Person Trump reduzieren. (red, 21.6.2016)

  • Donald Trump.
    foto: carlo allegri / reuters

    Donald Trump.

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