Tod von Anton Yelchin: Unglücksauto war Teil einer Rückrufaktion

21. Juni 2016, 11:03
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Hunderttausende SUVs mit offenbar irreführender Automatikschaltung ausgeliefert

Los Angeles – Nach dem tragischen Tod des US-Schauspielers Anton Yelchin ist bekannt geworden, dass für den Unfallwagen vom Typ Jeep Grand Cherokee eine Rückrufaktion lief. Nach den am Montag vorliegenden Berichten ging die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA Hunderten von Hinweisen nach, dass der Automatikwagen in Bewegung geriet, wenn die Fahrer ihn korrekt geparkt zu haben glaubten.

Yelchin wurde am Sonntag in der Auffahrt zu seinem Haus nahe Los Angeles von seinem Wagen erdrückt. Der Hersteller Fiat Chrysler (FCA) gab im April einen Rückruf für Hunderttausende Jeep Grand Cherokee und andere Modelle heraus. Da jedoch zunächst keine Lösung für das Problem gefunden wurde, riet der Hersteller den Eigentümern, immer gewissenhaft zu prüfen, dass sie richtig in die "Park"-Position einrasten. Viele Fahrer nahmen offenbar irrtümlich an, der Wagen sei geparkt, selbst wenn die Automatik-Schaltung in eine andere Position sprang.

Yelchins Managerin Jennifer Allen gab den Tod des 27-Jährigen bekannt, der bereits auf eine fast 20-jährige Karriere zurückblickte. "Die Nachricht ist so traurig und wahr", erklärte Allen. Die Familie bitte darum, ihre Privatsphäre zu respektieren.

Steile Auffahrt

Die Polizei von Los Angeles erklärte, der Unfall mit dem SUV sei um 01.10 Uhr Ortszeit entdeckt worden. Yelchin sei mit Freunden für Proben verabredet gewesen und sei auf dem Weg kurz aus dem Auto gestiegen, sagte Polizeisprecherin Jenny Hauser. Das Auto sei dann rückwärts die steile Auffahrt hinabgerollt und habe Yelchin gegen einen gemauerten Briefkastenpfeiler und einen Sicherheitszaun gedrückt. Nachdem er nicht bei seinen Freunden aufgetaucht sei, hätten diese nachgesehen und Yelchins Leiche gefunden.

Der Sohn russischer Einwanderer hatte von Kindesbeinen an in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mitgespielt. Seine Eltern waren Star-Eiskunstläufer des Eisballetts von Leningrad, dem heutigen St. Petersburg. In der russischen Stadt wurde Yelchin geboren. Als er sechs Monate alt war, zogen seine Eltern mit ihm in die USA. Auch er versuchte sich im Eislaufen, war jedoch "nicht sehr gut darin", wie er der Website "Daily Beast" im Jahr 2011 sagte.

Ein Freund seiner Eltern habe diese überredet, ihn zum Schauspielunterricht anzumelden. Bereits als Neunjähriger bekam Yelchin seine erste Filmrolle und wurde anschließend für zahlreiche Fernsehserien und -filme engagiert. Seinen Durchbruch hatte er mit dem Kinothriller "Alpha Dog – Tödliche Freundschaften" (2006).

2009 war Yelchin in der Neuverfilmung der Weltraum-Saga "Star Trek" in der Rolle des Pavel Chekov zu sehen. Es folgten "Star Trek into Darkness" aus dem Jahr 2013 sowie der Film "Star Trek Beyond", der in Deutschland am 21. Juli in die Kinos kommt. Weitere Filme waren "Terminator: Die Erlösung" (2009) und der Thriller "Green Room" im vergangenen Jahr. Außerdem war er Mitglied der Rockband HammerHeads. (APA, 21.6.2016)

  • Am Unfalltod des 27-Jährigen war ein Rückrufauto beteiligt.
    foto: reuters / tony gentile

    Am Unfalltod des 27-Jährigen war ein Rückrufauto beteiligt.

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