Uno: "Bewaffnete Konflikte beenden"

20. Juni 2016, 22:10
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Fluchtbewegung an Wurzel eindämmen, EU-Grundrechteforum startet

Genf/Ljubljana/Wien – Mit einem Appell an die "kollektive Verantwortung" aller Staats- und Regierungschef hat sich der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, am Montag anlässlich des Weltflüchtlingstags zu Wort gemeldet. Die zunehmenden Fluchtbewegungen könnten nur eingedämmt werden, wenn sich handelnde Politiker weltweit darum bemühten, die bewaffneten Konflikte zu beenden, die ihnen zugrunde liegen, sagte Grandi am Montag in Genf. Dazu müssten bereits heuer "gemeinsame Aktionen" gesetzt werden.

Wie berichtet, sind nach neuen Zahlen des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) weltweit derzeit über 65 Millionen Menschen auf der Flucht – mehr als jemals zuvor. Die meisten Menschen wurden im vergangenen Jahr durch den Syrien-Krieg sowie die bewaffneten Konflikte im Irak und in Afghanistan in die Flucht getrieben.

Jenen von ihnen, die es – meist unter Lebensgefahr auf Booten über das Mittelmeer – bis in die EU geschafft haben, werden an immer mehr Staatsgrenzen Zäune entgegengehalten. An der slowenisch-kroatischen Grenze zeitigt eine solche Abhalteeinrichtung nun unerwünschte Nebenwirkungen: Aktivurlauber und Camper, die es an den Grenzfluss Kolpa zieht, kommen nicht mehr bis an dessen Ufer.

Türl mit Seitenteilen am Fluss Kolpa

Daher werde man den Zaun nun um seine Stacheldrahtkrone stutzen, verfügte der slowenische Ministerpräsident Miro Cerar am Wochenende. "Wir müssen alles für den Tourismus tun", sagte er. Freilich sollen Paneelzäune erhalten bleiben. Der Fluss Kolpa selbst soll durch Tore erreichbar sein.

Nicht der Schutz vor, sondern der Schutz von Flüchtlingen steht mit im Zentrum des Grundrechteforums der EU-Grundrechteagentur (FRA) in Wien. Über 650 Teilnehmende werden in bis zu 28 Workshops, neben dem Flüchtlingsthema, auch über Inklusion sowie über Grundrechtsfragen im digitalen Zeitalter beraten. Montagabend wurde das Forum im Wiener Rathaus feierlich eröffnet. (APA, bri, 20.6.2016)

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