Berliner Volksbühne meutert gegen neuen Intendanten Dercon

20. Juni 2016, 18:12
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Mitarbeiter sehen in offenem Brief "die Zukunft der Volksbühne bedroht"

Berlin – Mehr als 170 Mitarbeiter der Berliner Volksbühne wehren sich mit einem offenen Brief gegen den neuen Intendanten Chris Dercon. "Uns schreckt nicht das Neue", heißt es in dem am Montag veröffentlichten Schreiben. Die Vollversammlung Ende April habe jedoch darauf schließen lassen, dass es an der Bühne keine neuen Formen und künstlerischen Herausforderungen geben werde.

"Dieser Intendantenwechsel ist keine freundliche Übernahme", heißt es. Die Mitarbeiter befürchten eine "irreversible Zäsur" und einen Stellenabbau – "bis hin zur Abwicklung ganzer Gewerke". Zu den Unterzeichnern gehören Schauspieler wie Sophie Rois, Birgit Minichmayr und Martin Wuttke sowie weitere prominente Theaterschaffende wie Herbert Fritsch, René Pollesch, Jürgen Kuttner, Carl Hegemann und Anna Viebrock.

Dercon, ehemaliger Direktor des Londoner Museums Tate Modern, soll im Sommer 2017 Nachfolger des langjährigen Intendanten Frank Castorf werden. An der Ernennung des Belgiers hatte es bereits viel Kritik gegeben. Der Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner hatte die Personalie verteidigt. Die Theatermitarbeiter schreiben nun: "Wir sehen die Zukunft der Volksbühne bedroht!" Sie fordern das Berliner Abgeordnetenhaus und den Senat auf, das Konzept des Leitungsteams mit Blick auf ihre Sorgen zu prüfen. (APA, 20.6.2016)

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