Wolfgang Lutz leitet neues Zentrum für Migrationsforschung

20. Juni 2016, 15:56
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Forschungspartnerschaft von IIASA und Joint Research Centre soll bessere Daten über Langzeitauswirkungen von Migration liefern

Wien – Das Internationale Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien und das Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission haben ein neues Zentrum für Migrationsforschung gegründet. Dieses soll bessere Daten sowie Forschungsergebnisse über die Langzeitauswirkungen von Migration auf die Bevölkerungsstruktur in der EU liefern, teilte das IIASA am Montag mit.

Die Forschungspartnerschaft von IIASA und JRC im "Centre of Expertise on Population and Migration" wird vom Wiener Demografen Wolfgang Lutz, Direktor des World Population Program am IIASA, und von Delilah Al-Khudhairy, Chefin der Politikberatung im JRC, geleitet. Das Zentrum wurde im Rahmen einer neuen Initiative der EU-Kommission ("Knowledge Centre for Migration and Demography") gegründet, mit der politische Entscheidungen der EU auf eine bessere Wissensbasis gestellt werden sollen.

Lutz ortet abgesehen von humanitären Erwägungen, die es sorgfältig zu beachten gebe, "einen echten Mangel an Informationen über die wahrscheinlichen Auswirkungen verschiedener Migrationsszenarien auf die alternde europäische Bevölkerung, auch im Zusammenhang mit zentralen Aspekten wie der Bildungs- und Arbeitsmarkt-Beteiligung". Solche Daten seien für eine Migrationspolitik der EU notwendig.

Das neue Forschungszentrum wird vorerst für drei Jahre finanziert, geplant sind zunächst fünf Post-Docs am IIASA und fünf Demografen von der EU-Kommission. In einem ersten Schritt sollen empirische Daten über die Zusammensetzung aktueller Migranten-Populationen in Europa erhoben werden. (APA, 20. 6. 2016)

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