Spannung statt Torflut: Uefa verteidigt Modus

20. Juni 2016, 14:44
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Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti zeigt sich zufrieden: "Was die Spannung angeht, könnte es nicht besser sein"

Paris – Die umstrittene EM-Aufstockung auf 24 Mannschaften und der damit verbundene komplizierte Modus sind aus Sicht der Uefa bisher ein voller Erfolg. Alle Gruppen seien offen, er sei "extrem positiv überrascht", sagte Uefa-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti am Montag. "Was die Spannung des Wettbewerbs angeht, könnte es nicht besser sein."

Von den 24 Teams seien vor den Spielen am Montag erst vier für das Achtelfinale qualifiziert. "Ich erwarte ähnlich enge Spiele in der K.-o-Phase", sagte der Italiener. Trotz gestiegener Spannung verwies er darauf, dass bisher deutlich weniger Tore als bei den vorangegangenen EM-Turnieren gefallen seien.

Weniger Tore

In den bisher 26 Spielen wurden in Frankreich 48 Tore geschossen. Bei der EM 2012 in Polen und der Ukraine seien nach 24 Spielen bereits 60 Tore gefallen, sagte Marchetti. In Österreich und der Schweiz 2008 seien es 57 nach 24 Partien gewesen. 2008 und 2012 hatten jeweils noch 16 Teams am Turnier teilgenommen. Dass in Frankreich bisher deutlich weniger Tore fallen, könnte aus Marchettis Sicht mit der engen Leistungsdichte unter den Teams zusammenhängen.

Außerdem sei es hilfreich für alle Mannschaften, dass auch die vier besten Gruppendritten noch das Achtelfinale erreichen könnten. Das sei "hilfreich für alle Teams, im Wettbewerbsmodus zu bleiben". Ergebnisabsprachen fürchtet Marchetti deswegen nicht: "Ich denke, wir sind auf der sicheren Seite, weil viele Mannschaften einen Sieg brauchen."

Spekulationen und die Hoffnung

Spekulationen über eine notwendige Änderung des Turniermodus im Fall eines Ausschlusses von Russland oder einem anderen Team lehnte die Uefa weiterhin ab. "Wir wollen positiv denken. Und wir glauben, wenn Russland und Kroatien sich für die K.-o.-Runde qualifizieren sollten, werden sie auch dabei sein. Wir hoffen, es wird zu keinen weiteren Vorfällen kommen", sagte Marchetti.

Nach wiederholten Ausschreitungen und rassistischen Äußerungen einiger Fans droht auch den Kroaten eine harte Strafe von der Uefa. Noch am Montag wollte die Disziplinarkommission darüber entscheiden. Sollte ein Team gestrichen werden, würden alle seine Ergebnisse gestrichen. Wie dann verfahren würde, ist unklar. (APA, 20.6.2016)

  • Tore sollen überbewertet sein.
    foto: reuters/keogh

    Tore sollen überbewertet sein.

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