Bahrain entzieht Schiiten-Führer die Staatsbürgerschaft

20. Juni 2016, 14:13
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Schlag des autoritären Königreichs gegen Opposition

Manama – Das arabische Königreich Bahrain geht mit harter Hand gegen die Opposition vor. Das bahrainische Innenministerium entzog dem höchsten schiitischen Geistlichen des Inselstaates, Ayatollah Isa Ahmed Qassim, die Staatsbürgerschaft, wie die staatliche Nachrichtenagentur BNA am Montag meldete. Der 79-Jährige gilt als geistiger Führer der Wifaq-Gesellschaft, der größten Oppositionsgruppe des Landes.

Der Kleriker hatte während des arabischen Aufstands vor fünf Jahren den Einsatz von Gewalt gegen Demonstranten in Bahrain kritisiert. Das Innenministerium warf ihm jetzt vor, er habe eine führende Rolle dabei gespielt, ein "extremistisches sektiererisches Klima" im Land zu schaffen.

Schiitische Mehrheit

Das Königreich wird von einem sunnitischen Herrscherhaus regiert, die Staatsbürger sind jedoch mehrheitlich Schiiten. Während des arabischen Aufstands 2011 schlug die Regierung Demonstrationen von Schiiten mit Gewalt nieder. Seitdem kommt es immer wieder zu Unruhen.

Erst Anfang des Monats hatte ein Gericht die Strafe für den Anführer der Wifaq-Gesellschaft, Scheich Ali Salman, auf neun Jahre Haft erhöht, weil er zu Hass zwischen den Konfessionen angestiftet haben soll. Vor einer Woche ordnete ein Gericht in Bahrain die Schließung der Wifaq-Gesellschaft an und fror deren Vermögen ein. (APA/Reuters, 20.6.2016)

  • Ayatollah Isa Ahmed Qassim wurde die Staatsbürgerschaft aberkannt.
    foto: apa/afp

    Ayatollah Isa Ahmed Qassim wurde die Staatsbürgerschaft aberkannt.

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