Polen hat Ambitionen, die Ukraine schämt sich

20. Juni 2016, 13:46
1 Posting

Für Robert Lewandowski und das polnische Team geht es im letzten Gruppenspiel noch um eine gute Ausgangslage für die K.o-Phase. Die Ukraine ist bereits draußen

Marseille – Polens erstmaliger Einzug in die K.o.-Phase einer Fußball-EM scheint nur noch Formsache. Selbst eine Niederlage im abschließenden Gruppenspiel gegen die bereits gescheiterte Ukraine am Dienstag (18.00 Uhr, Liveticker auf derStandard.at) in Marseille dürfte dies nicht mehr verhindern – sollte Nordirland gegen Weltmeister Deutschland nicht eine Sensation, sprich den Sieg, schaffen.

Damit wollten sich die Polen aber ohnedies nicht beschäftigen. Mit einem klaren Erfolg gegen die Ukrainer winkt sogar der Gruppensieg, sollte sich das ebenfalls bei vier Zählern haltende Deutschland im Parallelspiel gegen die Nordiren schwertun. "Wir wollen weiter Gas geben", kündigte Polens in Frankreich noch torloser Kapitän Robert Lewandowski an. "Wir kämpfen um die beste Position, und das ist Platz eins in der Gruppe", sagte Mittelfeldspieler Kamil Grosicki.

Scham

Gegen die Ukraine wartet Polen seit fünf Spielen auf einen Erfolg. Bei den beiden Gastgebern der EM vor vier Jahren könnte die Stimmungslage derzeit aber unterschiedlicher nicht sein. Null Punkte und kein geschossenes Tor haben die Ukrainer zu Buche stehen. Selbstredend kündigten die Osteuropäer an, gegen Polen Schadensbegrenzung betreiben zu wollen.

"Ich schäme mich, und so geht es allen Spielern in der Mannschaft", sagte Torhüter Andrej Pjatow über die Gefühlslage nach dem vorzeitigen EM-Aus. "Selbstachtung ist nun unsere Motivation. Wir gehen motiviert in die Partie gegen Polen", kündigte der 31-Jährige nichtsdestotrotz an. "Wir müssen die Ehre des Nationalteams, des Landes und von uns selbst verteidigen", meinte Mittelfeldspieler Taras Stepanenko staatstragend.

Polnische Zwischenstation

Während bei den Ukrainern in ihrem sportlich bedeutungslosen letzten Gruppenspiel Personalrochaden erfolgen könnten, dürfte Polen auf seine eingespielte Mannschaft vertrauen. Verletzt weiter pausieren wird wohl Wojciech Szczesny, dem AS-Roma-Torhüter macht weiter eine Oberschenkelblessur zu schaffen. Sein Ersatzmann Lukasz Fabianski gab beim kämpferisch überzeugenden 0:0 gegen Deutschland eine gute Figur ab.

Das Stade Velodrome von Marseille soll für die Polen nur eine Zwischenstation sein. Nach ihrem ersten Sieg bei einer EM überhaupt gleich zum Auftakt gegen Nordirland (1:0) und dem anschließenden Remis gegen den Weltmeister ist die Mannschaft von Trainer Adam Nawalka gierig auf mehr. "Wir wissen, dass wir große Qualitäten haben. Ich glaube, es sieht in jedem Spiel immer besser aus", erklärte der 58-Jährige.

Schritt für Schritt lautet das Motto der Polen. In der K.o.-Runde eines Großturniers standen die Weiß-Roten zuletzt 1986 bei der WM in Mexiko. In Frankreich ist nun mittlerweile auch vom Sprung über die Runde der besten 16 hinaus die Rede. "Unser großes Ziel ist das Achtelfinale, aber dann wollen wir noch mehr", betonte Grosicki. (APA, 20.6.2016)

Mögliche Aufstellungen Gruppe C, 3. Runde:

Ukraine – Polen (18.00 Uhr, Marseille, Stade Velodrome, SR Moen/NOR)

Ukraine: 12 Pjatow – 17 Fedezki, 3 Chatscheridi, 20 Rakizki, 13 Schewtschuk – 16 Sidortschuk, 6 Stepanenko – 7 Jarmolenko, 21 Sintschenko, 10 Konopljanka – 8 Sosulja

Ersatz: 1 Bojko, 23 M. Schewtschenko – 2 Butko, 5 Kutscher, 4 Timoschtschuk, 9 Kowalenko, 14 Rotan, 18 Rybalka, 19 Garmasch, 22 Karawajew, 11 Selesnew, 15 Budkiwski

Polen: 22 Fabianski – 20 Piszczek, 15 Glik, 2 Pazdan, 3 Jedrzejczyk – 16 Blaszczykowski, 10 Krychowiak, 5 Maczynski, 11 Grosicki – 7 Milik, 9 Lewandowski

Ersatz: 12 Boruc – 4 Cionek, 6 Jodlowiec, 14 Wawrzyniak, 18 Salamon, 8 Linetty, 17 Peszko, 19 Zielinski, 21 Kapustka, 23 Starzynski, 13 Stepinski

Es fehlt: 1 Szczesny (Oberschenkelverletzung)

  • Polen ist quasi durch.
    foto: reuters/sibley

    Polen ist quasi durch.

Share if you care.