Indonesische Marine beschießt chinesisches Fischerboot

20. Juni 2016, 13:34
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Peking protestiert – Konflikt um rohstoffreiches Seegebiet verschärft

Peking – China hat mit scharfem Protest auf einen erneuten Zwischenfall im Südchinesischen Meer reagiert, bei dem die indonesische Marine ein Fischerboot aus China beschossen hat. China verurteile solch "exzessive Gewalt", sagte ein Sprecher des Außenministeriums laut einer Mitteilung.

Wie chinesische Staatsmedien am Montag berichteten, ereignete sich der Zwischenfall am Freitag in einem Seegebiet, in dem Chinesen "traditionell" fischen würden, das aber von beiden Ländern beansprucht wird. Ein chinesischer Fischer wurde demnach verletzt, sieben Seeleute wurden von Indonesien in Gewahrsam genommen.

"Warnschüsse"

Indonesien bestätigte, "Warnschüsse" auf ein chinesisches Schiff abgegeben zu haben, das jedoch "illegal" vor den indonesischen Natuna-Inseln gefischt habe. Einer der Schüsse habe das Schiff am Rumpf getroffen. "Egal, unter welcher Flagge ein Schiff fährt, wenn es gegen indonesische Gesetze verstößt, werden wir nicht zögern, Maßnahmen zu ergreifen", sagte ein Sprecher der indonesischen Marine.

Der Vorfall am Freitag war in diesem Jahr bereits der dritte dieser Art. Schon im März hatte Indonesien chinesische Fischer abgefangen. Im Mai feuerte eine indonesische Fregatte Schüsse auf einen Fisch-Trawler aus China und ergriff acht Besatzungsmitglieder.

China beansprucht etwa 80 Prozent der rohstoffreichen Gewässer im Südchinesischen Meer, teils bis vor die Küsten der Nachbarstaaten Indonesien, Philippinen, Vietnam und anderer Länder, was immer wieder zu scharfer Kritik an Peking führt. China hat unter internationalem Protest an mehreren Riffen Land aufgeschüttet und Militärinstallationen errichtet.

Die USA, die ihren Einfluss in der Region in Gefahr sehen, haben ebenfalls ihre militärische Präsenz mit Kriegsschiffen und Überwachungsflugzeugen ausgeweitet. Zuletzt hatte es nach einer Entschärfung des Konflikts ausgesehen. Bei den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen vergangene Woche vereinbarten beide Seiten, eine "friedliche Lösung territorialer Streitfragen" anzustreben. (APA, 20.6.2016)

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