"Faire" Schuhe: Heimische Hersteller sollen sich mehr engagieren

20. Juni 2016, 12:48
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AK und Aktivisten fordern auch bessere Information der Konsumenten

Wien – Heimische Schuhfirmen sollen ihr soziales Engagement verbessern: Derzeit ist das Bemühen um Lohngerechtigkeit oder Sicherheit am – ausländischen – Arbeitsplatz laut einer Datensammlung der Arbeiterkammer (AK) offenbar bescheiden.

Für eine EU-weite Studie wurden 29 Hersteller untersucht. In Österreich befragte die Clean-Clothes-Kampagne mit Global 2000 im Auftrag der AK Wien und Oberösterreich sieben Firmen, vier haben geantwortet. "Leider kümmern sich die heimischen Schuhunternehmen nicht wirklich darum, wie es um Arbeitsrechtsverletzungen, gerechte Löhne oder Sicherheit gerade in den ausländischen Produktionsstätten steht", kritisierten die Initiatoren der Studie zum Thema "faire Schuhe" am Montag auf Basis dieser Daten. Auch die diesbezügliche Information der Konsumenten sei mangelhaft. Keines der Unternehmen sei Mitglied von unabhängigen Kontrollorganisationen.

Regionalität verpflichtet

Positiv wurde vermerkt, dass einige Firmen eigene Produktionsstätten im Inland haben, wodurch Zulieferketten kurz gehalten würden. Im Ausland gibt es beim Hersteller Paul Green laut dessen eigenen Angaben im Werk in Kroatien einen Betriebsrat. Hartjes zahlt demnach in Ungarn ein 13. und 14. Monatsgehalt. Die Firma Richter gibt an, dass zumindest ein Zulieferbetrieb in Vietnam eine Gewerkschaft vorweisen kann und mehr als den Mindestlohn zahlt. Think hat als Erster einen Schuh hergestellt, der mit dem österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet wurde, hier werde auch auf soziale Bedingungen geachtet.

Keine Auskunft gab es von den Firmen Waldviertler, Lorenz Shoe Group und Leder & Schuh AG. Gerade Unternehmen, die mit Nachhaltigkeit und Regionalität werben, sollten transparent kommunizieren, meinte AK-Konsumforscherin Nina Tröger. Sechs Paar Schuhe kauft laut AK jeder Österreicher im Schnitt pro Jahr. (APA, 20.6.2016)

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