Nur nicht geizig sein: Wo man wie viel Trinkgeld gibt

Ansichtssache23. Juni 2016, 05:30
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In einigen Ländern Europas ist der Bedienungszuschlag in der Summe enthalten und immer auf der Rechnung sichtbar ausgewiesen. In anderen ist Trinkgeld oft nicht üblich, es sei denn, ein kleinerer Betrag. Interessant sind zudem die Unterschiede in Zahlweisen – mit oder ohne Kreditkarte, gemeinsame Rechnung oder getrennt. Dies alles geht auf die Bedeutung von Gastfreundschaft zurück.

"Trinkgeldgeben will gelernt sein: Gibt man zu wenig, wird man rasch als knausrig oder als Geizhals eingestuft, gibt man zu viel, ist man angeberisch und gilt als Protzer. In manchen asiatischen Ländern kann Trinkgeld sogar eine grobe Beleidigung bedeuten", gibt Karin Schreiner, Trainingsexpertin für interkulturelle Kompetenz, zu bedenken.

Hier ein Überblick

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Kroatien, Serbien, Slowenien, Bosnien ...

Für einen Kaffee lässt man das kleine Wechselgeld am Tisch liegen. In kleinen Restaurants sind 3-5%, in teureren 10% üblich.

Grundsätzlich sollte man für alle Dienstleistungen ein kleines Trinkgeld (Restkleingeld) geben wie z.B. dem Servicepersonal in Hotels oder im Taxi.

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Estland

In Cafés und Restaurants sind 5-8% üblich; Trinkgeldgeben ist ein modernes Verhalten, das es es früher – in kommunistischen Zeiten – nicht gab.

Taxi: nicht so üblich, nur etwas aufrunden

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Skandinavien

In Restaurants: Service ist oft inkludiert und sichtbar auf der Rechnung vermerkt.

Sonst ist eher kein Trinkgeld üblich – keine hohe Servicekultur, da Selbstbedienung sehr verbreitet ist.

In Pubs: Trinkgeld wird nicht erwartet, da oft Selbstbedienung

Taxi: Trinkgeld wird nicht erwartet.

Generell: Kleine Anerkennung für Dienstleistungen z. B. in Hotels ist aber gerne willkommen.

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Türkei

Trinkgeld sehr wichtig: In Restaurants 10% oder etwas mehr, aber immer in bar.

Alle Serviceleistungen: kleines Trinkgeld geben – das wird erwartet, immer diskret und unauffällig!

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Griechenland

In Restaurants: 5-10%

Taxi: Trinkgeld wird nicht erwartet

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Ungarn

Trinkgeld wird nicht unbedingt erwartet, ist aber natürlich gern gesehen und beziehungsfördernd

In Restaurants: max. 10%

Taxi: Summe etwas aufrunden

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Russland

In Restaurants: 10%, bar an den Kellner

Trinkgeld schafft gute Beziehungen – bei allen Serviceleistungen sind 5-10% Trinkgeld üblich.

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UK

In Restaurants: Zumeist ist eine Serviceabgabe von 12,5% inkludiert, dann ist Trinkgeld nicht nötig; wenn nicht, dann gibt man 10-15%

Taxi: 10% sind bei offiziellen Taxis üblich, bei pre-paid Taxis ist es eher nicht üblich.

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Japan

Keine Trinkgeldkultur

Servicepersonal in Hotels erwartet heute ein kleines Trinkgeld

Bei größeren Touren: 3000 – 5000 Yen (in einem Kuvert überreicht) für den Guide

Taxi: bei kurzen Fahrten aufrunden, ansonsten kein Trinkgeld üblich

Privater Fahrer bei Touren: erwartet bezahltes Mittagessen pro Tag

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Frankreich

Im Rechnungsbetrag ist zumeist 10% Service Entgelt enthalten ("service compris"), in diesem Fall ist Trinkgeld nicht üblich. Es sei denn, der Service war sehr gut und man möchte Anerkennung zeigen. Man rundet aber den Betrag oftmals nur auf.

In Cafés legt man üblicherweise das Geld für die Konsumation etwas aufgerundet auf den Tisch und geht. Allerdings wird heute in den Städten aufgrund von Kriminalität die Rechnung meistens mit der Konsumation gebracht, sie enthält zumeist bereits einen Service-Entgelt.

Taxi: 10-15%

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Italien

In Restaurants: 10%

Taxi: Summe etwas aufrunden

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Indien

Ausgeprägte Trinkgeldkultur, man gibt für jede Dienstleistung ein kleines Trinkgeld.

In Restaurants: 10%, oft ist Service im Preis enthalten, dennoch gibt man etwas.

Mietet man Fahrer mit Auto für mehrere Tage, gibt man am Ende der Tour im Schnitt 50 Rupies Trinkgeld pro Tag.

Taxi, Rickshaw: Eher kein Trinkgeld, Preis wird vorher ausgehandelt

Sehr üblich in Hotels: Tipping Box an der Rezeption

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USA

Es herrscht in den USA eine sehr ausgeprägte Trinkgeldkultur, deshalb geben US-Amerikaner auf Reisen in Europa oft sehr großzügiges Trinkgeld. In den USA ist Trinkgeld in Restaurants, aber auch beim Taxi, obligatorisch und mit 15-20 % hoch bemessen. Es lohnt sich, sich genau zu informieren.

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Dubai, Naher Osten

Naher Osten: Trinkgeld sehr üblich, vor allem kleine Summen bei kleinen Dienstleistungen

Dubai: Die Regierung schlägt 10% Servicezuschlag auf Rechnungen in Hotels, Restaurants und Bars auf.

Dennoch kann man dem Servicepersonal ein kleines Trinkgeld geben, auch im Restaurant, wenn man zufrieden war.

Taxis: erwarten KEIN Trinkgeld – wer dennoch möchte, kann die Summe etwas aufrunden.

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Deutschland

In Cafés & Restaurants: immer 10-15% vom Rechnungsbetrag

Taxi: Betrag etwas aufrunden

Keine große Trinkgeldkultur

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Südkorea

Keine Trinkgeldkultur

Bei geführten Touren – Fahrer und Guide: beim Abschluss ein kleines Trinkgeld geben

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China

Keine Trinkgeldkultur, obwohl in großen Städten wie Shanghai sich in Restaurants Trinkgeld langsam durchsetzt.

In Hotels: Servicepersonal erwartet heute kleines Trinkgeld für Serviceleistungen – aber unauffällig überreichen. Früher wurde in China kein Trinkgeld gegeben, dies galt sogar als Beleidigung. Der Tourismus hat auch im Land der aufgehenden Sonne die Umgangsformen vor allem mit Touristen etwas verändert.

Massage-Service: kein Trinkgeld

Taxi: Bei offiziellen Taxis ist kein Trinkgeld üblich.

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Spanien

In Restaurants: 7-13%, wenn der Service gut war.

Taxi: Summe etwas aufrunden

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Marokko, Nordafrika

In Restaurants: 10% ist sehr großzügig, manchmal ist der Service in der Rechnung inkludiert (bei besseren Restaurants).

Im Hotel ist es üblich, dem Servicepersonal etwas zu geben, unauffällig und diskret

Taxi: Summe etwas aufrunden, es empfiehlt sich vor der Abfahrt den Betrag auszuhandeln.

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Tschechien

Cafés & Restaurants: Summe enthält oft ein Serviceentgelt, man gibt dennoch etwas, rundet auf, max. 10-15%

Grundsätzlich ist für alle Dienstleistungen und Servicepersonal ein kleines Trinkgeld willkommen.

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Schweiz

In Restaurants: 5-10%

Taxi: 5-10% oder etwas aufrunden bei kürzeren Fahrten.

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Südafrika

In Restaurants: 10-15% für den Kellner

Taxi: 10% für normale Fahrten, bei Touren für privaten Fahrer inklusive Mietauto für längere Strecken mehr. (red, 26.6.2016)

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