Fiat 124 Spider: Sommers durchgehend geöffnet

Ansichtssache21. Juni 2016, 11:30
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Mit diesem Roadster knüpft Fiat an eine glorreiche Historie an. Das gelingt hinsichtlich Traditionspflege nur mäßig gut – es handelt sich um ein Derivat des Mazda MX-5 -, im Fahrkapitel dafür umso besser.

foto: fiat

Verona – Japanern Italienisch zu lernen scheint möglich. Die Sprache heißt Design. Man nehme den Mazda MX-5 mit seinem erprobten technischen Konzept und mobilisiere das Fiat Centro Stile. Als Ergebnis präsentieren sich die beiden Derivate 124 Spider von Fiat und Abarth – als in Italien eingebürgerte Fernostfreunde.

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Hoffentlich löst das italienisch-japanische Trio eine neue Roadster-Welle aus. Denn die Rede ist nicht von teuren, mit komplizierten Klappdächern ausgerüstete Cabrios, sondern als Credo gilt sportliche Einfachheit: Armaturen aufs Nötigste beschränkt, manuell zu bedienendes Faltdach.

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Laut Werk ist es in drei Sekunden zu, im Praxistest schafften wir 2,8.

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Fiats Designer versuchten sich an der Ähnlichkeit zum großen Vorbild 124 von 1966. Kataloge jener Tage wurden intensiv durchgearbeitet, die legendären Sportfotos der großen Rallye-Erfolge durchforstet, der damalige Spider gewann nämlich 1972 die österreichische Alpenfahrt sowie die gefürchtete Akropolis-Rallye.

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Das Ergebnis kann sich sehen lassen, zwei Beispiele seien angeführt: Bei der Heckpartie des Fiat 124 Spider kommen Erinnerungen an den Triumph TR4 auf, des Abarth 124 schwarz gefärbte Motorhaube will auf den damaligen 200 PS starken Werkswagen verweisen.

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Das italienische Geschwisterpaar bedient sich weitgehend der Technik des Mazda MX-5, doch im Getriebesektor gibt es Abweichungen.

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Grund: Das Drehmoment der Motoren mit 140 und 170 PS verlangt gegenüber den japanischen Aggregaten eine geänderte Spreizung. Fiat setzt auf eine sehr sportliche, kurze Abstufung, auf Kraft von unten heraus am 6-Gang-Schaltknüppel.

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foto: abarth

Anders die Auslegung beim Abarth, hier wurde Wert auf eine lange Übersetzung gelegt, die Post geht erst ab 4000 Umdrehungen richtig ab. Die Getriebe – 6-Gang-Schalter oder 6-Gang-Automatik – sind auf den US-Markt getrimmt, einst Heimathafen für mindestens 100.000 Originale aus dem vorigen Jahrhundert; dort melden die Italiener sich nun mit dem Spider zurück.

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Für den Fiat ist die Automatik dann Anfang 2017 erhältlich. Vielleicht. Ein Festdach, wie es einst die Werksrenner wegen ihres Überschlagkäfigs besaßen, ist aber vorläufig kein Thema. (Peter Urbanek, 21.6.2016)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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