VW Amarok: Manchen Typen ist Belastung eine Lust

25. Juni 2016, 21:52
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Zum Facelift kriegt der Amarok einen 3,0-Liter-Diesel

München – Eigentlich zählt VW zu den Begründern, den Erfindern dieses Fahrzeugtyps. Eigentlich. Denn der Vorläufer der Pick-ups ist der Pritschenwagen, und den gab es als VW-Bus-Derivat bereits ab 1951. Inzwischen ist der große Pick-up eine der letzten Domänen der US-Autoindustrie, bei kleineren Gebinden mischen vor allem die Japaner kräftig mit, seit Ende 2009 auch Volkswagen, und die Pick-ups werden vom SUV-Boom ein klein wenig mitbeflügelt; "klein wenig" deshalb, weil der Marktanteil in Österreich mit jährlich 3000, 3500 Fahrzeugen nur wenig mehr als ein Prozent aller Neuzulassungen ausmacht.

foto: volkswagen

Jedenfalls, 65 Jahre nach VWs erster Pritsche kommt der Amarok frisch aus der Modellpflege, und neben dem geradezu Pkw-artig wirkenden Innenraum gibt es vor allem beim Motorenangebot Neuigkeiten. Denn. Den Amarok gibt es künftig ausschließlich mit 3-0-Liter-V6-Diesel. Die 2,0-Liter-4-Zylinder scheiden aus.

V6 statt Vierzylinder

Die bei der Präsentation in der Umgebung von München genannte Begründung klingt plausibel: Die VW-Nutzfahrzeugabteilung (VWN) habe kostenseitig lediglich ein Aggregat emissionsmäßig auf EU6-Norm stemmen können und dabei eben dem V6 den Vorzug gegeben. Anders als beim 4-Zylinder passe der besser ins Anforderungsprofil. Zum Auftakt Ende September kommt erst einmal der Kraftlackl mit 224 PS und 550 Nm. Dem folgt aber wenig später eine Ausgabe mit 204 PS, Mitte nächsten Jahres dann noch eine mit 163.

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224 PS. Hört sich nach ungewöhnlich viel Schmalz an für einen Pick-up. Fährt sich auch richtig flott. Gegenüber dem Pkw-Bereich, wo der 3,0-Liter-Diesel im Konzern ja ebenfalls zum Einsatz kommt, habe man die Leistung aber etwas reduziert, um auf der anderen Seite die Dauerlaufleistung zu steigern – 300.000 km sollten im Amarok mindestens drin sein, erläuterte VWN-Pressemann Andreas Gottwald. Für den Gegencheck war die Routenlänge bei der Präsentation leider zu kurz.

Stärker, aber nicht durstiger

Und der Verbrauch? Erste vorläufige Daten weisen für besagte Topmotorisierung 7,6 l / 100 km aus, doch man sei guten Mutes, eventuell sogar noch runterzukommen auf 7,4, womit man auf Augenhöhe käme mit dem aktuellen 140 PS starken 2,0-Liter-TDI.

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Wichtigste Neuerung zur Amarok-Modellpflege ist der V6-Diesel in drei Leistungsstufen.

Mangels Nachfrage entfällt die Einzelkabine, künftig ist nur noch die Doppelkabine erhältlich. Neuigkeiten auch beim Getriebe, eine 8-Gang-Wandlerautomatik von Aisin. Passt perfekt zum 224-PS-Amarok, auch im Geländemodus, und apropos: allerhand, was der Pick-up dort leistet. Das Torsen-Allradsystem ist hier permanent – eine zuschaltbare Version mit 6-Gang-Schaltung gibt's für die beiden schwächeren Aggregate, und Hinterradantrieb ist nur bei der handgeschalteten 163-PS-Version verfügbar. Statt der bisherigen 3,2 Tonnen Anhängelast bewältigt der Amarok jetzt 3,5.

Vom Band läuft der Vielzwecktyp weiterhin in Argentinien, die für Europa bestimmten Fahrzeuge kommen aber aus Hannover. Seit seinem Erscheinen Ende 2009 verkaufte er sich 455.000 Mal, der Großteil der Amas rockt in der südlichen Hemisphäre, sprich: Südamerika, Afrika, Australien, und nein: den mit Abstand größten Pick-up-Markt – die USA – wird VW auch weiterhin meiden. (Andreas Stockinger, 25.6.2016)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

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