"Das Labyrinth der Spiegel": Diskrete Fallen

22. Juni 2016, 14:43
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Techtelmechtel mit Bomben

Commissario Montalbano hat neue Nachbarn bekommen. Der Mann, ein Computerverkäufer ist viel unterwegs, die schöne Ehefrau scheint sich zu langweilen, macht Montalbano Avancen und benimmt sich dabei widersprüchlich. Montalbano ist einem Techtelmechtel nicht abgeneigt und tappt beinahe in eine Falle. Merkwürdige Bombenexplosionen geben Rätsel auf. Wer will wen warum einschüchtern? Warum gibt es ein Einschussloch in Montalbanos Auto?

Zugegeben: Andrea Camilleris Geschichten aus dem fiktiven sizilianischen Kosmos von Vigata ähneln einander, sind aber immer mit Witz und Ironie versehen. Natürlich spielt im Hintergrund die Mafia mit, aber so diskret, dass man den verzweigten Beziehungen kaum auf die Spur kommt. Montalbano, der schließlich eines grausamen Mordes bezichtigt wird, rächt sich an seinen Feinden.

Camilleri geht diesmal ein wenig drastischer als sonst zu Werke, aber trotzdem ist sein neuer Serienband ein leichtfüßiges Sommerbuch im Urlaub, nicht nur für Italien-Liebhaber. (Ingeborg Sperl, 22.6.2016)

Andrea Camilleri, "Das Labyrinth der Spiegel." Deutsch: Rita Seuß, Walter Kögler. € 22,70 / 252 Seiten. Bastei, München 2016

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Krimiblog

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    foto: lübbe
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