22 Tote bei Anschlägen in Afghanistan

20. Juni 2016, 11:56
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Selbstmordattentat auf Kleinbus in Kabul – Bombe auf Motorrad explodiert auf belebtem Markt im Norden des Landes

Kabul – Bei Bombenanschlägen in Afghanistan sind am Montag mindestens 22 Menschen ums Leben gekommen. 14 Menschen starben bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus in Kabul. Die Explosion eines auf einem Motorrad verborgenen Sprengsatzes auf einem belebten Markt in der Provinz Badakhshan kostete acht Menschen das Leben. Die Behörden rechneten mit weiteren Opfern.

In dem Kleinbus in Kabul war laut dem Innenministerium nepalesisches Sicherheitspersonal unterwegs. Die Zahl der Verletzten gab Ministeriumssprecher Sedik Sedikki mit mindestens acht an. Die Identifizierung der Opfer laufe.

"Gegen Kräfte der Aggression"

Es war der erste Anschlag in Kabul seit Beginn des Fastenmonats Ramadan am 6. Juni. Nach Polizeiangaben näherte sich der Attentäter am Montag in der Früh dem Bus auf einer Straße von Kabul in Richtung der Stadt Jalalabad zu Fuß, dann zündete er einen Sprengsatz. Die Straße ist eine der wichtigsten Fernverkehrsrouten in Afghanistan.

Zu dem Anschlag bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Das Attentat habe sich "gegen die Kräfte der Aggression" in Afghanistan gerichtet, teilte Talibansprecher Sabihullah Mujahid über mehrere soziale Netzwerke mit. Die Taliban hatten Mitte April einen schweren Anschlag mit 64 Toten in Kabul verübt.

Die Taliban begehen in Afghanistan immer wieder Anschläge. Der im Jahr 2001 begonnene Nato-Kampfeinsatz wurde Ende 2014 beendet, für die Sicherheit sind seither die afghanischen Sicherheitskräfte zuständig – und offenbar überfordert. Die Sicherheitslage verschlechterte sich zuletzt, schätzungsweise 5.500 afghanische Soldaten wurden im vergangenen Jahr getötet.

Die USA, China, Pakistan und Afghanistan bemühen sich seit Jänner, Friedensverhandlungen mit der Islamistengruppe in Gang zu setzen – bisher aber ohne Erfolg. Die Taliban knüpften ihre Teilnahme an Vorbedingungen wie die Freilassung von Gefangenen und ein Ende der "Besatzung durch ausländische Truppen". (APA, 20.6.2016)

  • Ein Selbstmordattentäter griff einen Bus in Kabul an.
    foto: reuters/sobhani

    Ein Selbstmordattentäter griff einen Bus in Kabul an.

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