Fußball-EM im ORF: Von Schlacht zu Schlacht

19. Juni 2016, 17:05
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Der ORF stemmt sich gegen das befürchtete Desaster, wirft alles in die Schlacht, was er hat: von Pariasek bis Polzer, von Mählich bis Prohaska, von Bacher über König bis Stöhr

"Wir haben eine Schlacht verloren, aber noch nicht den Krieg." Zu dieser Aussage verstieg sich ORF-Sportmoderator Rainer Pariasek am Dienstag nach Österreichs 0:2 bei der Fußball-EM gegen Ungarn. Also, um Pariaseks Vorlage aufzunehmen, stieg am Samstag Österreichs zweite Schlacht. Ronaldo, werd' nicht unser Waterloo! Der ORF stemmt sich gegen das befürchtete Desaster, wirft alles in die Schlacht, was er hat: von Pariasek bis Polzer, von Mählich bis Prohaska, von Bacher über König bis Stöhr.

Der Tag ist lang, die Sendezeit noch länger. Aber Fußballschlachten dauern nur 90 Minuten. Glücklicherweise gibt es weitere Schlachten als Vorprogramm. Belgien gegen Irland. Schlachtgesänge von den Rängen, ein blonder Krieger namens Kevin. Werden so Schlachten gewonnen? Anscheinend. 3:0.

Nächste Schlacht. Ungarische Fans marschieren Richtung Stadion. Stöhr: "Der Ansturm auf das Vélodrome." Ob Gábor Király (40) noch ein Elferkiller sei, fragt Bacher. In diesem Moment nicht. Island 1, Ungarn 1. Vorspiel erledigt.

Im Parc des Princes ertönt "die inoffizielle Bundeshymne". Auf in die Schlacht mit Eiemframaustria und gegen Ronaldo, Superstar. Mählich: "Ma muass eam einibeiß'n, imma auf die Fers'n draufsteig'n!"

Habt Acht! Singen! Töchter! Söhne! Töchter? Die Schlacht beginnt: portugiesischer Dauersturm. Es ist eine schwere Schlacht. Der sonst so besonnene König wird ungeduldig: "Das gibt's ja nicht!" Die Portugiesen schießen, schießen, schießen, treffen bloß nicht. Schluss! Aus! König: "Das war eine Abwehrschlacht!" Noch ist Österreich nicht verloren. Die Waffen nieder. Bis zur nächsten Schlacht. (Birgit Riezinger, 19.6.2016)

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