Wegen Trump: Apple verweigert Republikaner-Parteitag Unterstützung

19. Juni 2016, 09:20
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Andere große Tech-Konzerne wie Google oder Facebook trotz Protesten weiter involviert

An sich gehört es zu den ungeschriebenen Gesetzen der Marktwirtschaft, dass sich Unternehmen in politischen Fragen lieber nicht all zu laut äußern sollten. Immerhin besteht bei jeder klaren Positionierung die Gefahr einen Teil der eigenen Kundenschaft zu verärgern. Gerade im Silicon Valley hat man diesen Ratschlag in den letzten Jahren aber immer wieder ausgeschlagen, wenn es um grundlegende Fragen wie die Rechte für schwule und lesbische Partnerschaften geht.

Trennlinie

Nun zieht aber erstmals eines dieser großen IT-Unternehmen eine Trennlinie zu einer ganzen Partei: Apple werde dem Parteitag der Republikaner jegliche Unterstützung verweigern, heißt es in einem Bericht von Politico. Grund dafür sei die Wahl von Donald Trump zum Präsidentschaftskandidaten. Dieser hatte im Wahlkampf immer wieder gegen Immigranten, Frauen und Minderheiten gehetzt, damit wolle das Unternehmen nichts zu tun haben, heißt es zu den Gründen.

Die Abgrenzung von Apple ist eine durchaus ungewohnte Entscheidung, üblicherweise sind die großen Tech-Unternehmen in der einen oder anderen Form in die Conventions der großen US-Parteien involviert. So wird etwa Google heuer – trotz scharfer Kritik – Livestreams von der Veranstaltung anbieten, Microsoft liefert den Delegierten gar Tablets und Cloudspeicher. Auch Facebook soll eine Präsenz bei dem Parteitag planen. Andere Unternehmen wie HP haben hingegen schon vor einiger Zeit beschlossen, sich dieses Mal fernzuhalten.

Vorgeschichte

Ein Grund für die Entscheidung Apples könnte auch sein, dass sich Trump im Verlauf des Wahlkampfs direkt mit dem iPhone-Hersteller angelegt hat. Im Februar hatte der Präsidentschaftskandidat zu einem Boykott des Unternehmens aufgerufen, nachdem sich dieses geweigert hatte, die Verschlüsselung des iPhones zu unterwandern, um dem FBI Zugriff auf das Smartphone eines der Attentäter von San Bernardino zu geben. (apo, 19.6.2016)

  • Donald Trump in seinem Element.
    foto: david becker / reuters

    Donald Trump in seinem Element.

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