Deutsche Behörde droht Telefonica wegen Roaming-Gebühren

19. Juni 2016, 08:49
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Bundesnetzagentur: "Anordnung eines Zwangsgeldverfahrens"

Die deutsche Bundesnetzagentur verlangt vom Mobilfunkbetreiber Telefonica Deutschland (O2, Base), die Zusatzkosten für das mobile Telefonieren und Surfen im EU-Ausland für alle Kunden gleich abzusenken. Der Telekommunikationskonzern müsse die Vorgaben der EU für die maximale Grenze der sogenannten Roaming-Gebühren einhalten. Es drohe ein "Zwangsgeldverfahren", sagte ein Sprecher.

Androhung

Die Behörde werde am Montag den nach Kunden größten deutschen Mobilfunkanbieter "unter Androhung eines Zwangsgeldverfahrens schriftlich auffordern, die Verordnungskonformität unverzüglich herzustellen", sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur in Bonn am Samstag und bestätigte damit einen Bericht der "Rheinischen Post".

Ein Konzernsprecher sagte in München, Telefonica sei im Gespräch mit der Bundesnetzagentur. "Mehr können wir im Moment nicht dazu sagen, da uns noch kein Schreiben vorliegt." Hintergrund des Streits sind Vorgaben der EU, die sogenannten Roaminggebühren deutlich zu senken, zu begrenzen und später ganz abzuschaffen. Zuvor mussten Verbraucher im Ausland oft saftige Zusatzgebühren bezahlen. Reagiere das Unternehmen nicht, werde ein Verfahren eingeleitet, an dessen Ende Zwangsgelder erhoben werden könnten, sagte der Sprecher.

Regelung

Telekommunikations-Anbieter dürfen seit Ende April nur noch maximal 6 Cent pro Minute für Anrufe, 2 Cent pro SMS oder 6 Cent pro Megabyte bei Datentarifen im EU-Ausland aufschlagen (alle Preise inklusive Mehrwertsteuer). Bei Kunden mit Flatrates sieht das so aus: Wer im Ausland telefoniere, dem dürfe bei einem Telefonat pro Minute lediglich der Zuschlag in Rechnung gestellt werden, sagt die Bundesnetzagentur und stellt damit klar, dass Nutzer mit Flatrate-Verträgen keine Schlupflöcher für versteckte Kosten befürchten müssen, wovor Verbraucherschützer zuvor gewarnt hatten.

Die Bundesnetzagentur hat nun wohl Zweifel, dass Telefonica das bei allen Flatrate-Kunden auch umsetzt. So könnten Kunden, die über eine Flatrate ohne spezielle Auslandspakete verfügen, möglicherweise zu viel bezahlen müssen. Wie viele Kunden das beträfe, ist bisher nicht klar. Ab 15. Juni 2017 sollen die Auslandsgebühren aber ohnehin komplett der Vergangenheit angehören. (APA, 19.6.2016)

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