Neuer Oberrabbiner bereitet sich auf Amtsübernahme vor

19. Juni 2016, 08:39
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Gebürtiger Belgier bereits als Gemeinderabbiner für Wien tätig – Festakt für pensionierten Eisenberg zum Geburtstag

Wien – Der zukünftige Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde, Arie Folger, tritt am 1. September sein Amt an. Derzeit siedelt der gebürtige Belgier mit seiner Familie von Straßburg nach Österreicher und ist bereits als Gemeinderabbiner für Wien tätig. Sein Vorgänger Paul Chaim Eisenberg ist seit Juni in Pension, zu seinem 66. Geburtstag Ende Juni ist ein Festakt geplant.

Folger, der Ende Dezember als Nachfolger Eisenbergs feststand, wurde in Antwerpen geboren und studierte in Belgien, Israel und den USA. Sein Rabbinatsstudium hat er in New York absolviert und dort auch mit einen Master of Business Administration abgeschlossen. Er spricht sechs Sprachen. Neben seiner Rabbi-Ausbildung kann er auch auf ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium verweisen. Der 41-Jährige hat fünf Jahre in der jüdischen Gemeinde in Basel, dann in München und zuletzt in Karlsruhe und Frankfurt als Rabbiner gewirkt.

"Nur kleiner Teil rechtsextrem"

In Österreich wirkt Folger bereits seit Juni als Gemeinderabbiner in Wien, was laut IKG-Statut notwendig ist. Erst ab September darf er auch als Oberrabbiner tätig sein. "Wien ist eine der zwei schönsten, ob nicht die schönste deutschsprachig-jüdische Gemeinde, die es gibt", äußerte er sich im Ö1-"Mittagsjournal" zu seiner neuen Berufung. Der Aufstieg der FPÖ in Österreich – zuletzt durch das gute Ergebnis des Freiheitlichen Kandidaten Norbert Hofer bei der Bundespräsidentenwahl – bereitet ihm keine allzu großen Sorgen. "Man muss schon verstehen, nicht all diese Wähler, nur ein kleiner Teil davon kann man als Rechtsextreme bezeichnen", meinte er.

Eisenberg war seit 1983 Oberrabbiner der IKG, seit Anfang Juni ist er in Pension. Als Oberrabbiner des Bundesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs wird er aber weiterhin für die kleineren jüdischen Gemeinden aktiv sein. Am 29. Juni findet im Jüdischen Museum ein Konzert zum 66. Geburtstag statt, den er drei Tage zuvor feiert. Dabei dürfte der begeisterte Musiker auch selbst singen. (APA, 19.6.2016)

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