Island und Ungarn trennen sich 1:1

18. Juni 2016, 20:16
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Den Ungarn gelingt nach dem Auftakterfolg gegen Österreich auch gegen Island ein Punkt. Island trifft vom Punkt und ins eigene Tor

Marseille – Mit einem 1:1 (0:1) gegen Endrunden-Neuling Island hat sich Ungarn am Samstag eine gute Ausgangsposition im Kampf um das Achtelfinale bei der Fußball-EM in Frankreich erarbeitet. Ein spätes Eigentor von Birkir Saevarsson (88.) brachte den Magyaren den vierten Punkt in der Österreich-Gruppe F und damit vor dem Abendspiel zwischen Portugal und der ÖFB-Auswahl Platz eins vor Island (2).

Dank eines Elfertors von Gylfi Sigurdsson kurz vor der Pause (40.) und den Tugenden vom Auftakt-1:1 gegen Portugal war Island in einer schwachen Partie in Marseille lange auf dem Weg zum ersten Sieg bei einer Endrunde. Schließlich wurde der Druck der vor dem gegnerischen Tor meist harmlosen Ungarn aber doch noch belohnt. Island muss weiter auf den ersten Sieg gegen Ungarn seit 11. Juni 1995 warten.

Hinten dicht

Während Island mit der identischen Aufstellung vom Portugal-Spiel auftauchte, stellte Ungarn-Coach Bernd Storck im Vergleich zum 2:0 über Österreich auf drei Positionen um – bzw. musste das tun. In der defensiven Viererkette kam Roland Juhasz statt des verletzten Attila Fiola, in der Offensive starteten Zoltan Stieber und Tamas Priskin anstelle von Krisztian Nemeth und Adam Szalai.

Im Duell zweier defensiv orientierter Teams waren es die Ungarn, die versuchten, das Spiel zu machen. Über viel Ballbesitz, einige gefällige Ballstafetten und geblockte Schussversuche kamen die Magyaren aber nicht hinaus. Während sie vor der Pause keinen einzigen Torschuss verzeichneten, waren es die Isländer, die drei Möglichkeiten vorfanden. In der 10. Minute ging ein Kopfball von Jon Dadi Bödvarsson knapp über das Tor, nach einer halben Stunde zeichnete sich Ungarn-Goalie Gabor Kiraly nach einem Abwehrpatzer Tamas Kadars mit einer Fußabwehr gegen Johann Berg Gudmundsson aus.

Vom Punkt

Dieses Chancenplus der Isländer lieferte kurz vor der Pause immerhin eine kleine Rechtfertigung für die Führung, die freilich auch unter tatkräftiger Hilfe Kiralys zustandekam. Der älteste EM-Teilnehmer aller Zeiten brachte einen harmlosen Eckball nicht unter Kontrolle, der zu Rettung eilende Kadar stoppte Aron Gunnarsson im Strafraum regelwidrig – und Gylfi Sigurdsson schoss vom Elferpunkt locker ein.

Am Bild stark verteidigender Isländer mit Hang zum blitzschnellen Konter und drückender Ungarn änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Vorerst waren es aber neuerlich die Nordmänner, die durch Bödvarsson (57., Fallrückzieher drüber) und Kolbeinn Sigthorsson (60., Kopfball knapp daneben) die besseren Chancen hatten.

Ungarns Angriffsversuche fruchteten auch nach der Einwechslung neuer Offensivkräfte in der 67. Minute (Daniel Böde und Nemanja Nikolic kamen für Stieber und Priskin) nicht. Zwei Freistöße von Balazs Dzsudzsak (66., 75.) und ein ungefährlicher Böde-Weitschuss (71./Halldorsson parierte) blieben vorerst das einzig Zählbare. Erst kurz vor dem Ende brachte ein Stanglpass von Nikolic die Erlösung: Der zur Rettung heranschlitternde Saevarsson bugsierte den Ball ins eigene Tor. (APA, 18.6.2016)

Fußball-EM 2016, Gruppe F, 2. Runde:
Island – Ungarn 1:1 (1:0)
Marseille, Stade Velodrome, 60.842 Zuschauer, SR Sergej Karasew (RUS).

Torfolge: 1:0 (40.) G. Sigurdsson (Foulelfmeter)

1:1 (88.) Saevarsson (Eigentor)

Island: Halldorsson – Saevarsson, R. Sigurdsson, Arnason, Skulason – Gudmundsson, Gunnarsson (67. Hallfredsson), G. Sigurdsson, B. Bjarnason – Bödvarsson (69. Finnbogason), Sigthorsson (84. Gudjohnson)

Ungarn: Kiraly – Lang, Guzmics, Juhasz (85. Szalai), Kadar – Gera, Nagy – Dzudzsak, Kleinheisler, Stieber (67. Nikolics) – Priskin (67. Böde)

Gelbe Karten: Gudmundsson, Finnbogason, Saevarsson bzw. Kadar, Kleinheisler, Nagy

Stimmen

Heimir Hallgrimsson (Trainer Island): "Wir waren glücklich mit dem Punkt gegen Portugal, aber wir sind von diesem Ergebnis enttäuscht. Die Kabine war still. Ungarn ist ein wirklich gutes Team, und die, die sie unterschätzen, werden leiden. Wir haben mit viel Aufwand verteidigt. Wir haben den Ball aber schlecht gehalten. Beim Verwalten der restlichen Zeit hätten wir kaltschnäuziger sein müssen. Wir hatten aber die besseren Chancen."

Bernd Storck (Teamchef Ungarn): "Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Wir hatten so viel Ballbesitz und haben Fußball gespielt. Island hat klug verteidigt. Es war ein gutes Stück Glück dabei, aber es war verdient, weil wir dominiert haben. Es war wichtig, dass wir nie die Ruhe verloren haben und immer weiter an uns geglaubt haben. Heute wird erst mal gefeiert. Dann schauen wir auf das nächste Spiel gegen Portugal."

  • Ein Kampf und ein Punkt für beide Teams.
    foto: apa/afp/anne-christine poujoulat

    Ein Kampf und ein Punkt für beide Teams.

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