Blockade-Software für extremistische Videos entwickelt

18. Juni 2016, 11:59
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Vater eines Anschlagsopfers von Paris verklagt in den USA Soziale Netzwerke

Ein US-Computerexperte hat Software zum Blockieren extremistischer Videos im Internet entwickelt. DieSoftware wurde am Freitag (Ortszeit) vom Counter Extremism Project vorgestellt, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Verbreitung etwa von Videos mit Enthauptungen und Folter zu verhindern.

"Kampf gegen Online-Extremismus"

Das Projekt zur Bekämpfung von Extremismus im Internet wird von früheren Diplomaten und anderen früheren Staatsbediensteten aus den USA und anderen Ländern betrieben. "Dies ist nach unserer Ansicht die technische Lösung für den Kampf gegen Online-Extremismus", sagte Projektleiter Mark Wallace.

Löschung nur "langsam"

Der Entwickler, Computerwissenschaftler Hany Farid von der Universität Dartmouth, sagte: "Wir entwickeln eine Technologie, die es den Unternehmen ermöglicht, ihre Standards korrekt und effizient durchzusetzen." Die Unternehmen seien ohnehin gezwungen, solche Videos einzeln unzugänglich zu machen. Dies gehe bisher jedoch nur "langsam" vonstatten, bemängelte Farid.

Software wird für Kinderpornografie bereits verwendet

Das Counter Extremism Project lehnt sich an die Software PhotoDNA an, die von vielen Unternehmen genutzt wird, um Kinderpornografie aus dem Internet abzublocken. Bei den Sozialen Netzwerken gibt es aber offenbar Bedenken, ob politischer Extremismus in ähnlicher Weise abgeschirmt werden kann. "Kinderpornografie unterscheidet sich stark von Extremismus", sagte ein Vertreter der Branche, der nicht namentlich genannt werden wollte. Es sei nicht klar, wer festlegen solle, was etwa unter "terroristisch" zu verstehen sei.

Auf "harte Debatte" eingestellt

Projektleiter Wallace sagte, er stelle sich auf eine "harte Debatte" ein. Nach seiner Ansicht sollte aber Einigkeit darüber bestehen, dass "Videos mit Enthauptungen, Ertränken und Folter entfernt werden". Zur Festlegung der Kriterien schlagen die US-Entwickler ein Nationales Büro zur Beobachtung von Extremismus vor.

Klage gegen soziale Netzwerke

Der Vater eines Opfers der Pariser Anschläge vom November reichte in dieser Woche in den USA eine Klage gegen Soziale Internet-Netzwerke mit dem Vorwurf ein, Extremisten eine Plattform für ihre Gewaltideologien und Rekrutierungen zu bieten. Reynaldo G., der Vater der getöteten US-Studentin Nohemi G., verklagte Facebook, Twitter sowie den YouTube-Mutterkonzern Google.

Netzwerke hätten IS "unterstützt"

Die Netzwerke hätten "wissentlich" den Aufstieg der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) unterstützt und somit zahlreiche Attentate möglich gemacht, hieß es in der Klage. Ohne die Netzwerke wäre das "explodierende Wachstum" des IS "nicht möglich gewesen". Zu den mit Hilfe der Sozialen Netzwerkeorganisierten Anschlägen zählt der Kläger auch die Anschlagsserie vom November. Die 23-jährige Nohemi ist das einzige US-Opfer unter den 130 Toten. Eine erste Anhörung zu der Klage vor einem Bundesgericht in Kalifornien soll am 21. September stattfinden. (APA, 18.06.2016)

  • Extremistische Videos sollen künftig automatisch gelöscht werden.
    foto: afp/ho

    Extremistische Videos sollen künftig automatisch gelöscht werden.

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