Fußball-EM: Mindestens 16 Festnahmen in Nizza

18. Juni 2016, 10:06
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Elf spanische Ultras schon vor dem Spiel in Gewahrsam genommen – Haftbefehle in Köln

Nizza/Köln/Paris – Bei dem EM-Spiel Spanien-Türkei sind am Freitagabend in Nizza 16 Menschen in Gewahrsam genommen worden. Drei türkischstämmige Franzosen seien festgenommen worden, weil sie im Besitz verbotener bengalischer Fackeln waren oder diese an einem der Stadionzugänge vor Spielbeginn zündeten, teilten die französischen Behörden mit.

Auch nach dem Spiel, das 3:0 für Spanien ausging, wurden auf den Rängen der türkischen Fans drei Bengalen gezündet. Wie die Behörden mitteilten, wurde ein Franzose deswegen festgenommen. Ein weiterer Franzose wurde in Gewahrsam genommen, weil er während des Spiels versucht hatte, auf das Spielfeld zu gelangen.

Bereits vor dem Spiel waren elf spanische Ultra-Fans festgenommen worden, weil sie einen Supermarktbetreiber angegriffen hatten, der ihnen keinen Alkohol verkaufen wollte. Am Vorabend von Spielen und an Spieltagen selbst ist in Nizza der Straßenverkauf von Alkohol verboten.

Haftbefehle in Köln

Nach einem brutalen Angriff auf spanische Touristen in Köln müssen fünf russische Hooligans in Untersuchungshaft. Ein Haftrichter habe Haftbefehle gegen die fünf Männer erlassen, teilte ein Polizeisprecher am Samstag mit. Ihnen wird gemeinschaftliche gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Ein sechster Mann wurde freigelassen, weil sich der Tatverdacht gegen ihn nicht hatte begründen lassen.

Die Männer sollen am Donnerstag auf der Kölner Domplatte drei spanische Touristen – zwei Männer und eine Frau – verprügelt haben, als diese Aufkleber mit antifaschistischen Aufdrucken verteilten und auf einen Bauzaun klebten. Die beiden Männer wurden durch Schläge und Tritte verletzt, einer von ihnen erlitt einen Nasenbeinbruch. Inzwischen konnten sie das Krankenhaus verlassen.

Schon kurz vor dem Angriff seien die Hooligans am Kölner Hauptbahnhof einem Zivilbeamten aufgefallen, weil sie herumgegrölt hätten. Um sie zu kontrollieren, habe er Verstärkung angefordert. Unmittelbar vor Eintreffen der Hundertschaft seien die Männer auf ihre Opfer losgegangen. Daraufhin waren fünf Tatverdächtige im Alter zwischen 26 und 30 Jahren festgenommen worden, später in der Nacht ein weiterer. Einer der Verdächtigen kam dann am Freitag frei.

Nach Erkenntnissen der Polizei waren die Hooligans mit dem Zug aus Brüssel nach Köln gekommen und wollten von dort aus in ihre Heimat zurückfliegen. Bei sich hatten sie laut Polizei "hooligantypische Gegenstände", um sich zu maskieren und die Zähne zu schützen. Außerdem fanden die Beamten bei ihnen Karten für die EM-Spiele England-Russland und Russland-Slowakei. Laut Polizei waren die Festgenommenen am 10. Juni von Moskau nach Marseille geflogen.

Eine Ermittlungsgruppe versucht, die Hintergründe der Attacke ans Licht bringen und zu klären, ob die Männer auch an den Ausschreitungen russischer Hooligans bei der Fußball-EM in Marseille beteiligt waren. Dabei waren am Samstag 35 Menschen verletzt worden. Nach Darstellung der Behörden waren 150 gut organisierte russische Hooligans daran beteiligt. (APA, red, 18.6.2016)

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