Familien Porsche und Piëch stützen neuen VW-Kurs

17. Juni 2016, 18:16
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Vor der Hauptversammlung wird Einigkeit demonstriert, der Streit um die Dividendenauszahlung ist vom Tisch

Berlin – Der Terminkalender von Matthias Müller ist in diesen Tagen prall gefüllt. Gerade erst hat der VW-Chef die neue Strategie für Europas größten Autobauer vorgestellt – mehr Elektromobilität, mehr Mobilitätsdienstleistungen. Diesem heiklen Termin folgt am 22. Juni bereits der nächste: die Hauptversammlung in Hannover.

Einfach wird dies nicht, denn viele Aktionäre sind wegen des Dieselskandals ziemlich erbost. Da mag sich Müller gefreut haben, als er am Freitag die Bild-Zeitung aufschlug. In selbiger geben die Aufsichtsratsmitglieder Hans Michael Piëch und Wolfgang Porsche Müller Rückendeckung: "Wir sind gemeinsam mit den anderen Verantwortlichen zuversichtlich und stehen uneingeschränkt hinter dieser Strategie und haben dies im Aufsichtsrat auch so zum Ausdruck gebracht", so Piëch, der ein Bruder des langjährigen VW-Patriarchen Ferdinand Piëch ist.

Lob für Österreicher Pötsch

Auch Kritik am Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Dieter Pötsch weisen die beiden Familien, die 52 Prozent der VW-Stimmrechte halten, zurück. In einer schwierigen Phase des Unternehmens benötige man auf dem Posten jemand, der weltweit für seine Kompetenz in finanziellen, aber auch in technischen Bereichen hochgeschätzt werde, heißt es über den Österreicher Pötsch.

Für beendet erklären die beiden Familien zudem den Streit um die Dividendenzahlung. Vor einigen Wochen waren Teile der Familien dafür gewesen, 2015 keine Dividende zu bezahlen. Eine VW-Regelung besagt aber, dass die bisher stimmrechtslosen Vorzugsaktien stimmberechtigt werden, wenn der Autobauer zwei Jahre lang keine Dividende zahlt – was den Einfluss des Landes Niedersachsen schmälern könnte. Niedersachsen und die Arbeitnehmerseite waren aber für eine Minidividendenzahlung, nun schlossen sich auch die Familien Porsche und Piëch an, aber mit dem Hinweis, dass VW "möglichst viel Geld im Unternehmen belassen" sollte, um Dieselgate zu wuppen. (bau, 17.6.2016)

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