Sport hilft dem Lernerfolg ... aber nur im richtigen Zeitfenster

18. Juni 2016, 18:00
13 Postings

Niederländische Forscher führten ein Experiment zur Gedächtnisbildung durch

Nijmegen – Eine spannende Strategie, die einem beim Lernen helfen soll, präsentieren niederländische Forscher im Magazin "Current Biology": Körperliche Bewegung soll die Gedächtnisbildung unterstützen, schreiben sie. Allerdings nur, wenn man den Sport zur richtigen Zeit macht, nämlich einige Stunden nach dem Lernen.

Das Experiment, das die Forscher um Guillén Fernández von der Radboud-Universität Nijmegen durchführten, ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, sondern fußt auf älteren Erkenntnissen mit Labortieren, die einen Effekt in diese Richtung angedeutet hatten. Das wollte Fernández' Team nun bei Menschen überprüfen.

Das Experiment

Die insgesamt 72 Probanden hatten 40 Minuten Zeit, sich 90 Bilder einzuprägen, danach wurden sie durch Zufallsauswahl in drei Gruppen eingeteilt: Die eine musste sofort zum Sport, die zweite nach vier Stunden, die dritte gar nicht. Die Sporteinheit dauerte jeweils 35 Minuten und bestand aus intensivem Fahrradfahren.

48 Stunden später wurden die Angehörigen aller drei Gruppen darauf getestet, was sie sich gemerkt hatten. Diejenigen, die zwischen Lernen und Sport eine vierstündige Pause eingelegt hatten, übertrafen dabei alle anderen. Begleitende magnetresonanztomografische Untersuchungen zeigten bei dieser Gruppe stärkere Aktivität im Hippocampus, einer Gehirnregion, die entscheidend für die Bildung des Langzeitgedächtnisses ist.

Wie der Effekt zustande kommt, ist allerdings noch nicht klar. Die Forscher vermuten, dass es an der Ausschüttung körpereigener Stoffe wie Dopamin und Noradrenalin liegt, die die Gedächtnisbildung unterstützen können und die ihrerseits durch körperliche Aktivität in die Höhe getrieben werden. Weitere Untersuchungen sollen folgen, um die Bedeutung des Timings noch genauer zu studieren. (red, 18. 6. 2016)

Share if you care.