Im Duell wortgewaltiger Kampfschweine

17. Juni 2016, 14:53
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Belgien sucht Überlebenspunkte gegen Irland – Coach Wilmots: " Gegen Irland heißt es gewinnen oder sterben!"

Bordeaux – So ist das halt: Wer als Papst ins Konklave hineingeht, kommt meistens als Kardinal wieder heraus. Belgien, der Weltrangliste Nummer zwei, ist als gar nicht so geheimer Titelaspirant mit viel Vorschusslorbeer ins Turnier gestartet.

Nach dem 0:2 gegen Italien lernen die Hochbegabten von Marc Wilmots nun aber die andere Seite der Publicity kennen. Der Trainer steht in der hinterfragenden Kritik. Aber auch seine Stars. Kevin De Bruyne vor allem, der 24-jährige, der gegen die Italiener 60 Prozent seiner Zweikämpfe verloren, nur 63 Ballkontakte, dafür elf Fehlpässe hatte. "Er kann es besser", breitete Wilmots den Schutzmantel über seinen Besten, "aber man muss gleichzeitig auch sehen, dass er insgesamt zwölf Kilometer gelaufen ist".

Wilmots, ein nachgewiesenermaßen erfolgreicher Trainer, greift nun zur Moralpredigt. Irland wartet am Samstag ab 15 Uhr (Live-Ticker auf derStandard.at), da "müssen wir zusammenhalten". Mehr noch! De Bruyne und Kapitän Eden Hazard durften sich zuletzt ihre Wehwechen vom Italienspiel pflegen. Am Samstag haben alle bereit zu sein. Marc Wilmots spricht, wie in alten Spielertagen, als Kampfschwein: "Gegen Irland heißt es gewinnen oder sterben!" – Na ja.

Auch die Iren, die aus der Schwedenpartie einen Punkt mitnehmen konnten, lassen diesbezüglich die Kirche – oder halt das Pub – nicht im Dorf. Co-Trainer Roy Keane, ein Kampfschwein auch er in seiner aktiven Zeit, redet die Seinen wortgewaltig möglichst klein._"Wir sollen gegen Belgien der Favorit sein?", fuhr er einen fragenden Journalisten an, "du hast doch getrunken". Um dann aber doch deftig herzuziehen über die Belgier. Cheftrainer Martin O‘Neil zuckte darob, wieder einmal, die Achseln: "Ich bin der Bad Cop – und er ist der Bad, Bad Cop." (sid wei, 17.6.2016)

Gruppe E, 2. Runde:

Belgien – Irland (15.00 Uhr, Stade de Bordeaux, SR Cakir/TUR)

Belgien: 1 Courtois – 23 Ciman, 2 Alderweireld, 3 Vermaelen, 5 Vertonghen – 6 Witsel, 4 Nainggolan – 7 De Bruyne, 10 Hazard, 14 Mertens – 9 R. Lukaku

Ersatz: 12 Mignolet, 13 Gillet – 15 Denayer, 21 J. Lukaku, 16 Meunier, 18 Kabasele, 8 Fellaini, 11 Carrasco, 19 Dembele, 17 Origi, 20 Benteke, 22 Batshuayi

Irland: 23 Randolph – 2 Coleman, 4 O'Shea, 3 Clark, 19 Brady – 8 McCarthy, 6 Whelan, 13 Hendrick – 20 Hoolahan – 10 Keane, 9 Long

Ersatz: 1 Westwood, 16 Given – 5 Keogh, 12 Duffy, 15 Christie, 17 Ward, 7 McGeady, 11 McClean, 18 Meyler, 22 Quinn, 21 Murphy

Es fehlt: 14 Walters (Achillessehnenverletzung)

  • Belgiens Coach Marc Wilmots spricht, wie in alten Spielertagen, als Kampfschwein.
    foto: epa/dunand

    Belgiens Coach Marc Wilmots spricht, wie in alten Spielertagen, als Kampfschwein.

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