Bitte nicht am Strand masturbieren!

Kolumne17. Juni 2016, 16:17
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Spanische Ferienerlebnisse

Der Krisenkolumnist hat seinen Urlaub (in Spanien) heuer früh absolviert und glaubt, dass das eine sehr gute Idee war. Die Touristen zieht es nicht mehr nach Ägypten oder Tunesien. Sie haben Angst vor den bärtigen Kretins, die sich beim Allmächtigen einweimperln wollen, indem sie Hotels hochsprengen oder an Badestränden herumschießen.

Wo aber fährt man stattdessen hin? Nach Spanien natürlich, und je heißer der Sommer, desto dichter die Touristenscharen: Rekordverdächtige 70 Millionen werden 2016 im Land erwartet. Und da haben wir noch gar nicht von jener Million britischer Expats gesprochen, die jetzt schon in der spanischen Sonne abhängen, ihre Lebern mit fassweise Sangria verwöhnen und nebenbei nichts mehr hassen als die Perspektive eines fucking Brexit, weil der sie über Nacht aus dem komfortablen Status des EU-Inländers hinauskicken würde.

Wir sahen uns eine prächtige Louise-Bourgeois-Austellung im Guggenheim-Museum in Bilbao an, durchquerten die menschenleere Nordmeseta, wo Don Quijote mit seiner Lanze heute nicht nur Windmühlen, sondern auch etliche Windräder abstechen könnte, und sonnten uns an katalanischen Stränden, die schon im frühen Juni opulent bevölkert waren. Wie es dort im August zugehen wird, will man sich gar nicht vorzustellen.

Natürlich rannten an den Stränden jede Menge Strandververkäufer umher. Das Warenangebot, mit dem diese bedauernswerten Nervensägen den Badegästen ein paar Euros herauslocken wollen, ist bekannt (Bier, Eis, Kokosnüsse, Badetücher usf.). Eine andere Stranddienstleistung bot eine Dame mit asiatischem Migrationshintergrund an, welche sich den Badenden mit "Massagen" andiente.

"Massage" ist, vor allem im Kontext mit Asiatinnen, ein schillernder Begriff. Er kann für eine völlig unverfängliche medizinische Massage stehen, aber auch für eine onanistische Handreichung, ja selbst als Euphemismus für einen regelrechten Geschlechtsverkehr ist das Wort schon verwendet worden.

Nun bin ich zwar sexuell liberal, mich aber an einem katalanischen Strand öffentlich masturbieren zu lassen, ging mir zu weit. Daher musste ich das Angebot ablehnen. Falls sich allerdings einer der Leser dieser Kolumne für die Dienstleistung der Dame interessieren sollte: Sie finden sie am Strand von Sitges, eher in der Mitte. (Christoph Winder, Album, 17.6.2016)

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