Die meisten kirchlich geschlossenen Ehen aus Papst-Sicht ungültig

17. Juni 2016, 12:50
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Franziskus spricht sich gegen Hochzeiten aufgrund von Schwangerschaft aus und ermahnt Priester, Paare nicht zu drängen

Vatikanstadt – Papst Franziskus hält die meisten kirchlich geschlossenen Ehen für "ungültig". Der Mehrzahl der Paare fehle nämlich das nötige Verständnis von Dauer und Verpflichtung einer Ehe, sagte das Kirchenoberhaupt am Donnerstagabend laut Vatikan-Bollettino.

"Sie wissen nicht, was sie sagen"

In der gegenwärtigen "Kultur der Vorläufigkeit" versprächen sich Brautleute zwar lebenslange Treue und seien guten Willens. "Aber sie wissen nicht, was sie sagen", so der Papst.

Franziskus hatte bereits mehrfach Zweifel an der Gültigkeit vieler kirchlicher Ehen geäußert. Nach geltendem Kirchenrecht ist eine katholisch geschlossene Ehe – abgesehen von Formfehlern oder Nichtvollzug des Geschlechtsaktes – etwa dann ungültig, wenn einer der Brautleute von vornherein lebenslange Treue oder die Zeugung von Kindern ausschließt.

Zweifel an freier Zustimmung

Der Papst wandte sich am Donnerstag ausdrücklich gegen "Schnellschusshochzeiten", die aufgrund einer Schwangerschaft der Braut anberaumt würden. Als Erzbischof von Buenos Aires habe er damals solche Eheschließungen verboten, weil er Zweifel an der freien Zustimmung der Eheleute habe. Die Priester ermahnte Franziskus, junge Paare nicht zur Ehe zu drängen. (APA, 17.6.2016)

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    foto: ap/daniel roland
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