Asylanträge im Mai um 40 Prozent unter dem Vorjahreswert

17. Juni 2016, 13:40
73 Postings

Erstmals seit Juni 2014 Rückgang gegenüber dem Vergleichsmonat im Jahr davor

Wien – Die Zahl der im Mai in Österreich gestellten Asylanträge ist im Vergleich zum Mai 2015 um 40,8 Prozent gesunken. 3.795 Anträge registrierte das Innenministerium laut der am Donnerstag veröffentlichten vorläufigen Asylstatistik und damit um 2.611 Eingaben weniger als noch im Mai des Vorjahrs.

Der Wert sank auch gegenüber dem Vormonat April um 9,1 Prozent und betrug weniger als ein Drittel der monatlichen Höchstzahl vom Oktober 2015. Erstmals seit Juni 2014 lag die monatliche Antragszahl unter jener des jeweiligen Vergleichsmonats im Jahr davor.

Wie schon in den vergangenen Monaten stellten Staatsbürger Afghanistans die meisten Asylansuchen. Während die Antragszahlen von Angehörigen fast aller Nationen von April auf Mai zurückgingen, stieg jene der Afghanen von 1.112 auf 1.552. An zweiter Stelle lagen mit 659 Anträgen die Syrer, dahinter die Pakistaner (341), Iraner (141) und Iraker (138).

In den ersten fünf Monaten 2016 stellten damit insgesamt 22.435 Menschen Erst- oder Folgeanträge in Österreich. Resettlement-Fälle sind darin nicht berücksichtigt; bis inklusive Mai kamen über diesen Weg 133 weitere Asylwerber hinzu.

Auch Eurostat veröffentlichte am Donnerstag EU-weite Asylzahlen für das erste Quartal 2016. Im Vergleich zum letzten Quartal 2015 wurden heuer von Jänner bis März 33 Prozent weniger Asylansuchen in der Union gestellt. Rund 175.000 der 287.100 Anträge und damit sechs von zehn gingen in Deutschland ein. Auch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl lag Deutschland mit 2.155 Ersteingaben pro Million Einwohner vor Österreich (1.619) und Malta (905) an der Spitze. In der gesamten EU betrug diese Zahl im ersten Quartal des Jahres 565. (mcmt, 17.6.2016)

Share if you care.