Gericht verbietet Herausgabe befruchteter Eizellen einer Verstorbenen

17. Juni 2016, 11:13
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Mit seiner neuen Ehefrau wollte sich ein Witwer in Deutschland einen Kinderwunsch erfüllen. Dafür sollten die eingefrorenen Eizellen der Verstorbenen verwendet werden

Ein Ehemann hat nach dem Tod seiner Frau in Deutschland keinen Anspruch auf die Herausgabe ihrer in einer Klinik eingefrorenen, befruchteten Eizellen. Der in Freiburg ansässige Zivilsenat des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe wies am Freitag die Klage eines wiederverheirateten Witwers gegen die Uniklinik Freiburg ab.

Die Klinik dürfe die 15 Eizellen der 2010 gestorbenen Frau nicht herausgeben, entschied das Gericht. Das deutsche Embryonenschutzgesetz stehe der vom Kläger geforderten Herausgabe der Eizellen entgegen.

Der Kläger wollte sich mit Hilfe der Eizellen und gemeinsam mit seiner neuen Ehefrau, mit der er seit 2012 verheiratet ist, einen Kinderwunsch erfüllen. Er plante, die Zellen von seiner zweiten Ehefrau austragen zu lassen. Dies entspreche sowohl dem Wunsch seiner ersten als auch dem Willen seiner zweiten Frau, sagte er. Die Klinik lehnt dies jedoch ab und hält die Eizellen unter Verschluss. (APA, 17.6.2016)

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