Apple droht Rechtsstreit wegen neuer Gesichtserkennung

17. Juni 2016, 10:44
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Ähnliche Anwendungen von Google und Facebook werden vor Gericht bekämpft

Das neue Gesichtserkennungsfeature, das Apple im Rahmen der Entwicklerkonferenz WWDC vergangenen Montag vorgestellt hat, könnte den Konzern in die Bredouille bringen. Denn derartige Anwendungen sind rechtlich heikel, da biometrische Daten – wozu eben auch das Abbild des Gesichts gehört – scharfen gesetzlichen Bestimmungen unterliegen. Da der Nutzer ja nicht nur sich selbst, sondern auch Freunde, Verwandte oder gar Fremde – etwa als Beifang – fotografiert, müsste er theoretisch deren Zustimmung zur Bildverarbeitung mit Gesichtserkennung einholen.

"Sammlung biometrischer Daten" widerrechtlich

Apple hat selbst angegeben, ein System mit hohem Datenschutz entwickelt zu haben. Die Daten zur Gesichtserkennung sollen ausschließlich lokal gespeichert werden. Daher ist der Fall im Vergleich zu Facebook und Google, die auf die Cloud zurückgreifen, weniger eindeutig. Allerdings heißt es in Gesetzen einiger US-Bundesstaaten wie Illinois, dass auch die "Sammlung" biometrischer Daten widerrechtlich ist. Ob es sich bei privaten Fotoaufnahmen schon um eine "Sammlung" handelt, müssen künftige Prozesse klären.

Die Gerichtsurteile gegen Facebook und Google werden mit Hochspannung erwartet. Durch bessere Technologien stellen sich die Fragen nach Datenschutz noch dringender. Für Aufsehen sorgte etwa eine russische App, die mit hoher Treffquote Fotos von Fremden mit Social Media-Profilen abgleicht. Dabei kam es auch schon zu Missbrauchsfällen. (red, 17.6.2016)

  • Apple ordnet Gesichtern jetzt Namen zu – das soll aber nur lokal passieren
    foto: apple/screenshot

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