LCD-Keyboard Infinitton ausprobiert: 15 Tasten für alle Fälle

26. Juni 2016, 09:04
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Frei konfigurierbare Tasten sollen den Alltag beim Arbeiten und Gamen erleichtern

Tastaturshortcuts erleichtern das Leben eines Computerbesitzers ungemein. Mit ihnen führt man verschiedene Tätigkeiten und Funktionen von Programmen flotter aus. Die bekannteste Kombination ist wohl "Copy & Paste" (Strg + C und Strg + V unter Windows). Aber insbesondere User komplexerer Anwendungen wie Photoshop erfreuen sich der Abkürzungen, die die Erforschung von Menüs mit der Maus ersparen. Auch unter Gamern werden Shortcuts genutzt – beispielsweise zum Auswählen vorher definierter Einheitengruppen in Strategiespielen.

Jedoch ist nicht jedes Feature einfach per Tastenkombination erreichbar. Und manchmal ist ihre schiere Zahl auch überfordernd. Hier soll ein Keyboard namens "Infinitton" Abhilfe schaffen, das von einem gleichnamigen Start-ups aus Taipei entwickelt wird. Der WebStandard hat sich das Accessoire auf der Computex näher angesehen.

foto: derstandard.at/pichler

Mit Smartphone-Chip

15 Tasten prangen auf dem Gerät, das in vier normalen und einer an Mac-User gerichteten Ausführung umgesetzt wird. Es misst 118 x 83 Millimeter und ist je nach Version entweder 11 oder knapp 20 Millimeter hoch. Mit 190 Gramm bringt es des Gewicht eines großen Smartphones auf die Waage.

Handys sind auch ein gutes Stichwort. Denn unter der Haube läuft ein nicht näher definierter Cortex-A9-Chip, wie man ihn auch in Mobiltelefonen findet. Konfigurationen werden auf einem 64-MB-Speicher hinterlegt, die Anbindung an den Rechner (Windows ab Windows 7 und OS X ab Version 10.9) erfolgt per USB-2.0-Schnittstelle.

foto: derstandard.at/pichler

Vielfältige Einstellungsmöglichkeiten

Unter den transparenten Tasten liegt ein LCD-Display. Welches Bild auf der jeweiligen Taste angezeigt wird, kann der Nutzer selbst entscheiden. Ebenso ist jeder Knopf frei konfigurierbar. Dabei werden nicht nur Makros und Tastenkombinationen unterstützt, sondern etwa auch einzelne Webseiten, diverse Betriebssystemfunktionen oder Programme.

Dabei lassen sich zahlreiche Sets anlegen und speichern. Der Nutzer kann außerdem Bedingungen für ihren Aufruf setzen. So ist es etwa möglich, 15 Shortcuts für Photoshop zu definieren und diese automatisch beim Aufruf der Grafikbearbeitungs-Software zu laden. Analog ist eine solche Konfiguration auch für andere Produktivsoftware oder auch Spiele möglich – insbesondere für MMO-Spieler könnte Infinitton eine praktische Ergänzung sein.

foto: derstandard.at/pichler

Brauchbare Software

Die Software zur Einrichtung ist dabei recht übersichtlich umgesetzt. Das Einrichten einer Tastenfunktion nebst passendem Bild ist eine Angelegenheit von wenigen Klicks. Das Keyboard selbst machte in der Silberversion (die auch mit Windows-Rechnern zusammenarbeitet) einen gut verarbeiteten Eindruck.

Laut Vertretern von Infinitton ist das Gadget praktisch fertig entwickelt. Via Crowdfunding auf Indiegogo hat man bereits Vorbestellungen gesammelt. Im Sommer wird produziert, die Auslieferung soll im August oder September starten. Auch über die Webseite nimmt man Vorab-Order entgegen. Verlangt werden 109 Dollar (derzeit rund 97 Euro).

foto: derstandard.at/pichler

Hardware-Öffnung angedacht

Noch nicht entschieden ist, ob man die den Zugriff auf die Hardware auf programmiertechnischer Seite öffnen wird. Dies würde es ermöglichen, dass Programmhersteller beispielsweise direkten Support für das Gerät implementieren können, was dem Nutzer Konfigurationsaufwand abnehmen kann. Dazu würde dies auch die Entwicklung von Linux-Treibern für das Gerät erlauben – denn Linux-basierte Systeme werden derzeit noch nicht unterstützt. (Georg Pichler, 24.06.2016)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Reisekosten und die Unterbringung zur Computex wurden vom Taiwan Trade Office übernommen.

Links

Infinitton

Indiegogo

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