Fit für Sandale: Schöne Zecherl machen

Kolumne21. Juni 2016, 09:00
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Füße sagen viel über Menschen aus. Zu viel Hornhaut, lange Nägel und Schrunden müssen weg. Schließlich ist Sommer

Großmütter in den 1970er-Jahre hatten einen seltsamen Rat, wenn es um Unterwäsche ging. "Zieh dir eine schöne Unterhose an, was sollen die Ärzte denken, wenn du aus – gottbehüte – welchen Gründen auch immer bewusstlos ins Spital eingeliefert werden musst", sagte sie. Ich denke fast täglich daran.

Dabei, und das ist die Wahrheit, wird in den Notfallaufnahmen von Spitälern eher auf die Füße geachtet. Sie sagen mehr aus, als einem lieb ist. An den Füßen erkennt man, wie sehr jemand auf sich achtet: Hornhaut, Länge der Fußnägel, Zustand der Nägel, lackiert oder nicht. Da ist alles drin: Selbstliebe, Beweglichkeit, der Anspruch ans Leben.

Zu dicke Haut

Fakt ist: Mit den Jahren wird die Hornhaut dicker, die Nägel hässlicher. Wie in fast allen Dingen gibt es zwei Fraktionen: Die Do-it-yourself-Typen (DIY) und die, die sich das lieber machen lassen. Über die erste Spielart ist zu sagen: Schöne Füße in Eigenregie sind machbar, aber aufwändig. Ein alter Hornhobel hält, was er verspricht. Clarisonic hat das Ganze elektrifiziert, eigene Aufsätze für seine Massagebürste entworfen und die Selbstfußpflege in ein neues Zeitalter katapultiert.

Trotzdem: Ganz sicher viel bequemer ist Pediküre: Einweichen, massieren, schneiden, hobeln, schleifen, einschmieren: Selten sind DIY-Programme vergleichbar sorgfältig. Vor allem: Weicher als nach der professionellen Pediküre sind die Füße selten und besser lackiert auch nicht und zudem ist es wunderbar entspannend.

Ideal – unisex

Schöne Füße schmücken Frauen und Männer gleichermaßen – vor allem dann, wenn im Sommer die Sandale aus dem Kasten geholt wird. Hässliche Nägel, geht nicht. Ergo: Regelmäßige Pediküre kostet zwar, ist aber im Sinner der Imagepflege gut investiert.

Doch jede Nation hat ihre kosmetischen Eigenheiten, wenn es um die Nagelpflege geht. In Israel zum Beispiel sitzen Männer und Frauen ganz freizügig in den Auslagen der Nägelstudios und lassen sich öffentlich Füße wie Hände verschönern. Hierzulande läuft das alles eher hinter verschlossenen Türen ab. Man schätzt – fußtechnisch – Privatheit und sei es durch einen Vorhang zwischen den "Kabinen". Warum eigentlich? Keine Ahnung. Zeig her deine Füße wäre doch ein Satz, der einem seit Kindheit in Mark und Bein übergegangen sein könnte. (Karin Pollack, 21.6.2016)

  • Schöne Füße schmücken Frauen und Männer gleichermaßen.
    foto: istock/valuavitaly

    Schöne Füße schmücken Frauen und Männer gleichermaßen.

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