Burgenland: Abstand zwischen Arm und Reich OECD-weit am kleinsten

16. Juni 2016, 15:05
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Nirgends im OECD-Raum niedrigere Einkommensunterschiede

Wien – In keiner anderen OECD-Region, einem Raum mit mehr als einer Milliarde Menschen, sind die Einkommen in der Bevölkerung so gleichmäßig verteilt wie im Burgenland. Das geht aus einem Bericht der Industrieländerorganisation hervor. Der Gini-Index, ein wichtiger Maßstab für die Verteilung von Einkommen, beträgt 0,229. Ein Wert von 0 würde bedeuten, dass alle Menschen gleich viel verdienen, bei einem Wert von 1 verdient ein Mensch das gesamte Einkommen einer Region.

foto: apa / schloss esterhazy
Das Schloss der Familie Esterhazy ist im Burgenland eine prunkvolle Ausnahme: Die Ungleichheit zwischen Gut- und Schlechtverdienern ist im Bundesland besonders schwach ausgeprägt.

Die Daten beziehen sich auf verfügbare Einkommen, Steuern und Abgaben sind also abgezogen und Transfers addiert. In den Statistiken der OECD findet sich zwei Regionen in Norwegen, die formal auf einen minimal kleineren Gini-Index kommen. Weil die Daten aber auf Befragungen beruhen, die dann hochgeschätzt werden, kann man die beiden Werte mit Berücksichtigung der Schwankungsbreite als ident ansehen.

Im Österreich-Schnitt beträgt der Gini-Index 0,28. Die Ungleichheit ist damit im internationalen Vergleich recht niedrig. Zwar kommen nordische Länder wie Dänemark auf einen Gini-Wert von 0,25, in den USA beträgt er aber zum Beispiel 0,39. Innerhalb Österreichs ist die Verteilung in Wien am ungleichsten. Das überrascht nicht: Die Hauptstadt zieht vor allem Gut- und Schlechtverdiener aus den Bundesländern an. Der niedrige Wert des Burgenlands ist auch darauf zurückzuführen, dass Besserverdiener wegziehen. (sat, 16.6.2016)

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