Umfrage: Gute Noten für Haslauer, schlechte Werte für die Landes-ÖVP

16. Juni 2016, 13:47
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Landesparteigeschäftsführer Mayer: "Dachmarke ÖVP ist beschädigt" Salzburger ÖVP wolle eigenständige Linie entwickeln

Salzburg – Es sind zwar noch knapp zwei Jahre bis zu den nächsten Landtagswahlen in Salzburg, die Parteistrategen beginnen aber bereits erste Vorbereitungen zu treffen. Allen voran die Partei von Landeshauptmann Wilfried Haslauer, die ÖVP. Deren Landesparteigeschäftsführer Wolfgang Mayer präsentierte am Donnerstag eine von der ÖVP beim Imas-Institut in Auftrag gegebene Umfrage "zur aktuellen politischen Stimmung im Land". Befragt wurden 600 Salzburger und Salzburgerinnen. Die Schwankungsbreite liegt bei plus/minus 4,10 Prozentpunkten.

Erfreulichstes Ergebnis aus Sicht der Volkspartei: Bei einer – allerdings fiktiven – Direktwahl des Landeshauptmanns würde Haslauer auf 61 Prozent kommen. Seine Konkurrenten liegen weit abgeschlagen hinter ihm: Astrid Rössler (Grüne) käme auf elf Prozent, Waldter Steidl (SPÖ) nur auf sieben Prozent. Die neue FPÖ-Vorsitzende Marlene Svazek war zum Umfragezeitpunkt noch nicht im Amt, ihr Vorgänger Andreas Schöppl wäre auf schwache fünf Prozent gekommen.

Viele Unwägbarkeiten

Weit weniger gut läuft es für die Salzburger ÖVP bei der klassischen Sonntagsfrage: Hier liegt sie zwischen 29 und 32 Prozent. Dahinter rangieren im Bereich zwischen 18 und 21 Prozent mit SPÖ, Grünen und FPÖ gleich drei Parteien. Die Neos hätten mit fünf Prozent Chancen auf den Einzug in den Landtag – alle anderen möglichen Gruppierungen nicht.

Nach dem Debakel bei den Bundespräsidentenwahlen sind die Demoskopen allerdings vorsichtig geworden. Diese Daten stellten lediglich eine Schätzung dar, betont Mayer. Es gebe viele Unwägbarkeiten. Zum einen sei die Polarisierung durch den Präsidentenwahlkampf zum Umfragezeitpunkt extrem hoch gewesen, zum anderen hätten die Salzburger nach der FPÖ-Spaltung die Unterscheidung zwischen der alten FPÖ und der FPS von Karl Schnell noch nicht gelernt. Auch das Antreten der Neos und der Namensliste von Landesrat Hans Mayr (vormals Team Stronach) gehöre zu diesen Unsicherheitsfaktoren.

Kein Landeshauptmann-Bonus für ÖVP

Trotzdem nehmen die schwarzen Strategen die offensichtliche Kluft zwischen der Person Haslauer und der Partei ziemlich ernst. "Die Dachmarke ÖVP ist beschädigt", sagt Mayer ziemlich unverblümt und meint damit die Politik der Bundespartei und der Bundesregierung. Also gelte es, stärker auf einen eigenständigen Salzburger Weg zu setzen.

Die Daten der von der ÖVP in Auftrag gegebenen Erhebung korrespondieren übrigens mit jenen, die die zum SN-Verlag gehörende Gratiszeitschrift "Salzburger Fenster" Ende Mai publiziert hat. Hier kommt die ÖVP trotz Landeshauptmann auf 28 Prozent, dicht gefolgt von der FPÖ mit 26 Prozent. Grüne und SPÖ (18 beziehungsweise 16) ringen um Platz drei. Auch bei der Frage, wer Landeshauptmann werden soll, führt hier Haslauer überlegen. Allerdings nur mit 35 Prozent. (Thomas Neuhold, 16.6.2016)

  • Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer hat in Umfragen gute Werte. Seine ÖVP schwächelt.
    foto: apa/gindl

    Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer hat in Umfragen gute Werte. Seine ÖVP schwächelt.

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