Apple: iOS 10 kann doch keine vorinstallierten Apps löschen

16. Juni 2016, 12:00
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Programme werden lediglich deaktiviert – Kein Speicherplatzgewinn

Es klang fast zu gut, um wahr zu sein, und ist es schlussendlich auch. Kurz nach der Ankündigung von iOS 10 sorgte eine Meldung für Furore, der zu Folge Apple künftig die vollständige Löschung zahlreicher vorinstallierter Apps ermöglichen würde. In einem aktuellen Interview bremst Apples Software-Chef Craig Federighi allerdings nun die Begeisterung.

Deaktiviert, nicht gelöscht

Entgegen den bisherigen Berichten handle es sich dabei nämlich keineswegs um eine wirkliche Löschung der Apps. Viel mehr würden die betreffenden Programme lediglich deaktiviert – ähnlich wie es bei Android schon lange möglich ist. Für die Nutzer bedeutet dies, dass die Apps zwar am Home Screen nicht mehr sichtbar sind, wer darauf gehofft hat, durch die Löschung zusätzlichen Speicherplatz freizumachen, wird hingegen enttäuscht. Zumindest nicht in dem Ausmaß, den sich viele erhofft haben. Durch das Löschen der Caches und temporärer Daten für eine App wird bei der Deaktivierung sehr wohl etwas Platz freigemacht – aber eben weniger als wenn die App ganz entfernt würde.

Apple ist an der ursprünglichen Fehlinterpretation übrigens nicht ganz unschuldig. So gibt man auf der Support-Seite an, dass die erwähnten Apps gemeinsam 150 MB verbrauchen, eine Angabe, die wenig Sinn ergibt, wenn die Programme gar nicht wirklich gelöscht werden können.

App Store

Zudem verweist Apple darauf, dass man all die Apps nun im App Store veröffentlicht hat, damit sie nach einer Löschung wieder frisch heruntergeladen werden können. Auch das stimmt genau genommen nicht, viel mehr wird der App Store-Link nur zur Autorisierung genutzt, die App wird dann einfach wieder lokal aktiviert, wie Federighi jetzt klarstellt. (apo, 16.6.2016)

  • Apples Softwarechef Craig Federighi: Oooops.
    foto: stephen lam / reuters

    Apples Softwarechef Craig Federighi: Oooops.

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