Häufige Ursache für Gewichtsverlust: Magen-Darm-Erkrankungen

16. Juni 2016, 12:52
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Wer ohne Diät binnen eines halben Jahres mehr als zehn Prozent seines Gewichts verliert, sollte zum Facharzt, empfiehlt Gastroenterologe Georg Lamprecht

Rostock – Die Ursachen für plötzlichen Gewichtsverlust können vielfältig sein: Etwa Stress, Essstörungen, eine Erkrankung der Nieren oder auch Krebs. In einem Drittel der Fälle gehe die Gewichtsabnahme mit Erkrankungen des Verdauungstraktes, wie beispielsweise einer Infektion, einer Unverträglichkeit oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung einher, heißt es vonseiten der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

"Ein Gewichtsverlust kann auch durch nicht-gastroenterologische Erkrankungen bedingt sein und etwa von einer Depression oder Problemen mit dem Zahnersatz herrühren", ergänzt Georg Lamprecht, Gastroenterologe am Universitätsklinikum Rostock.

Wer kontinuierlich Gewicht verliert und gleichzeitig unter Bauschmerzen, Durchfall oder Verstopfung leidet, hat meist ein Problem mit dem Verdauungstrakt. "Wenn der Körper die Nahrungsbestandteile nicht ausreichend aufspaltet oder resorbiert, sprechen wir von einem Malassimilations-Syndrom. Da die Symptome oft unspezifisch sind, ist die Diagnostik eine Herausforderung", sagt Lamprecht.

Sagen können, wo es weh tut

So können Bauchschmerzen und Durchfall unter anderem auf die Gluten-Unverträglichkeit "Zöliakie", auf die chronisch-entzündliche Darmerkrankung "Morbus Crohn" oder auch auf eine Entzündung des Dickdarms, eine "mikroskopische Kolitis" hinweisen. In Frage kommen aber auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder Folgen von Operationen im Bauchraum, die durchaus schon lange zurück liegen können.

Hilfreich sei es, wenn Patienten ihre Beschwerden möglichst genau beschreiben können, so Lamprecht. Relevante Fragen sind: Treten Schmerzen vor oder nach dem Essen auf? Ist der Stuhl besonders wässrig? Wechseln sich Durchfall und Verstopfung ab?

Darüber hinaus werden für die Diagnose Laboruntersuchungen von Blut, Urin und Stuhl, sowie bildgebende Verfahren empfohlen. "Es müssen aber auch seltenere Erkrankungen in Betracht gezogen werden", betont Lamprecht. So könne es etwa auch Jahrzehnte nach einer Strahlenbehandlung noch durch Schädigungen des Darmgewebes zu einer sogenannten Strahlenenteritis kommen. "Der erste Schritt besteht darin, das Problem zu erkennen, ärztliche Hilfe zu suchen und auch drohenden Mangelerscheinungen rechtzeitig vorzubeugen", fasst der Gastroenterologe zusammen. (red, 16.6.2016)

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