Android 7.0 Preview 4: Google gibt Startschuss für App-Entwickler

16. Juni 2016, 09:42
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Programmierschnittstellen nun stabil, fertiges Entwicklungskit veröffentlicht – Google trollt Community mit Easter Egg

Die Entwicklung von Android N nähert sich seiner Fertigstellung, und auf dem Weg dorthin kann Google nun einen wichtigen Meilenstein verkünden. Mit der Developer Preview 4 erklärt der Softwarehersteller die Programmierschnittstellen der kommenden Betriebssystemgeneration als stabil, es werden also bis zur Release keiner für App-Entwickler mehr relevanten Änderungen vorgenommen.

Entwicklungskit

Parallel dazu hat Google die fertige Version des Software Development Kits (SDK) für Android N veröffentlicht. Mit dessen Hilfe können nun Apps erstellt werden, die den neuen API Level 24 adressieren, also all die neuen Features der kommenden Softwaregeneration nutzen können. Passend dazu gibt es eine neue Release der Android Support Library (24.0.0), die es erlaubt diverse neue Funktionen wie Direct Boot, den Multi-Window-Support oder auch die neuen Benachrichtigungs-Features in einer rückwärtskompatiblen Art zu implementieren.

foto: andreas proschofsky / standard
Das Update bei der Installation – im Bild die neue System-Update-Animation von Android N.

Damit geht aber noch eine wichtige Neuerung einher: Der Google Play Store akzeptiert ab sofort Apps, die für den API Level 24 erstellt wurden. Insofern steht Entwicklern nun nichts mehr im Weg, ihre Apps schon jetzt für die kommende Release von Android N vorzubereiten und entsprechende aktualisierte Pakete über den Play Store auszuliefern.

Keine Launcher Shortcuts

Für die User bringt die Developer Preview 4 hingegen kaum mehr relevante Änderungen im Vergleich zur vorangegangen Testversion. Allerdings wurden die Launcher Shortcuts, die eine Art Pendant zu Apples 3D-Touch-Kontextmenüs bieten hätten sollen, wieder aus der Codebasis entfernt. Diese sollen mit einer späteren Release folgen, man wolle sich mehr Zeit nehmen, dies wirklich richtig zu implementiert, argumentiert Google. Überraschend kommt dies deswegen nicht, da die Launcher Shortcuts bereits in der DP3 deaktiviert waren, jetzt wurde der Code zur Gänze entfernt.

Google trollt

Die Gelegenheit der neuen Testversion hat Google auch dazu genutzt, seine Nutzer ein stückweit zu "trollen". Hat man doch ein neues Easter Egg in der Preview 4 versteckt, das vorgibt den Codenamen der kommenden Release zu verraten: "Namey McNameface" steht hier geschrieben. In Wirklichkeit handelt es sich dabei um ein Anspielung auf eine Online-Umfrage einer britischen Regierungsorganisation die vor einigen Monaten über den Namen für ein Forschungsschiff abstimmen ließ – und plötzlich mit R.R.S. Boaty McBoatface als beliebtester Variante konfrontiert war. Dass Google diesen Namen tatsächlich beibehält, darf allerdings ausgeschlossen werden, immerhin sind Android-Codenamen gewöhnlich nach Süßspeisen benannt. Zudem hat Google zwar ebenfalls die Community an der Namenssuche für Android N beteiligt, war aber so schlau, kein Versprechen abzugeben, dass die meistgenannte Variante gewinnen wird.

foto: andreas proschofsky / standard
Nein: Namey McNameface wird nicht der richtige Codename für Android 7.0 werden. Der Autor tippt übrigens auf "Neyyappam".

Android 7.0

Was hingegen mittlerweile als gesichert angenommen werden darf, ist die Versionsnummer für die kommende Release: Android 7.0 wird es werden, wird doch diese Uhrzeit im Demo-Modus der neuen Developer Preview angezeigt. Google hat neue Versionsnummern in der Vergangenheit immer über solche Uhrzeitenspielchen geteaset, zudem gab es schon zuvor einige Hinweis, dass es die Version 7.0 werden wird.

Roadmap

Der weitere Zeitplan sieht nun noch eine weitere Testversion vor, die in rund einem Monat veröffentlichen wird. Diese soll bereits weitgehend deckungsgleich mit der fertigen Version des Betriebssystems sein, die dann in den Wochen danach erhältlich sein soll. Einen konkreten Zeitpunkt gibt Google dabei noch nicht an, sondern spricht nur vage vom dritten Quartal. Dies wohl auch, weil Google große Betriebssystemupdates – zumindest bisher – immer mit neuen Nexus-Smartphones zu kombinieren pflegt. Eventuell wird man also abwarten, bis die Hardware produktionsreif ist.

Testlauf

Die Developer Preview 4 ist für Nexus 6, Nexus 5X, Nexus 6P, Nexus 9, und Pixel C sowie das Android-One-Smartphone General Mobile 4G und das Sony Xperia Z3 verfügbar. Bei Googles eigenen Geräten kann der Wechsel auf die Testversion über den Beitritt zum Android-Beta-Programm vorgenommen werden, anschließend wird ein entsprechendes Update an das betreffende Smartphone oder Tablet geschickt. Alternativ dazu gibt es auch die Möglichkeit ein Factory Image oder eine Full-System-OTA-Datei manuell aufzuspielen. (Andreas Proschofsky, 16.6.2016)

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