Blackbox der abgestürzten Egyptair-Maschine geborgen

16. Juni 2016, 15:31
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Suchschiff ortet knapp einen Monat nach dem Absturz Wrackteile an mehreren Stellen

Kairo – Nach dem Absturz der Egyptair-Maschine über dem Mittelmeer ist der Stimmenrekorder des Jets geborgen worden. Das teilte die Untersuchungskommission am Donnerstag mit. Das Suchteam der Spezialistenfirma Deep Ocean Search musste die anscheinend erheblich beschädigte Blackbox in mehreren Etappen aus dem Meer fischen, hieß es. Allerdings sei es gelungen, den Datenspeicher des Geräts zu bergen.

Ein Spezialschiff hatte nach dem Fund von Wrackteilen des abgestürzten Egyptair-Jets laut Ermittlerkreisen auch das Gebiet geortet, in dem sich einer der beiden vermissten Flugschreiber befindet. Das Gebiet habe einen Radius von 500 Metern.

Wrackteile gefunden

Die Untersuchungskommission hatte am Mittwochabend knapp einen Monat nach dem Absturz mitgeteilt, dass das Schiff "John Lethbridge" im Mittelmeer an mehreren Stellen Wrackteile gefunden habe. Den Ermittlern seien erste Bildaufnahmen von einem Fundort übermittelt worden.

Der Flug MS804 war am 19. Mai mit 66 Menschen an Bord auf dem Weg von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer abgestürzt. Kurz nach Verlassen des griechischen Luftraums sackte die Maschine laut der Regierung in Athen auf 4.600 Meter ab und verschwand dann vom Radar.

Daten- und Stimmenrekorder

Von den beiden Flugschreibern und den Wrackteilen erhoffen sich die Ermittler neue Erkenntnisse zur bisher ungeklärten Absturzursache. Eine Karte der gefundenen Überreste des Airbus A320 soll dabei helfen. Die Untersuchungskommission geht davon aus, dass die Flugschreiber noch bis Ende nächster Woche Signale senden.

Eine Blackbox liefert wichtige Informationen zur Aufklärung von Flugunfällen. Sie besteht aus dem Daten- und dem Stimmenrekorder, der unter anderem die Gespräche der Piloten aufzeichnet.

Anfang Juni war bereits bestätigt worden, dass Signale eines Flugschreibers empfangen worden waren. Ein Spezialschiff sollte bei der Bergung der Flugschreiber helfen. Die "John Lethbridge" ist mit spezieller Technik wie Sonar ausgestattet und kann für die Suche in bis zu 6.000 Metern Tiefe eingesetzt werden.

Rauchalarm

Zuletzt hatte es geheißen, dass an Bord des Flugzeugs unmittelbar vor dem Absturz ein Rauchalarm ausgelöst worden sei. Informationen, es gebe Hinweise auf eine Explosion an Bord, wurden als Spekulation zurückgewiesen. Die Bergung der Flugschreiber könnte sich allerdings schwierig gestalten: Der Meeresboden ist an manchen Stellen bis zu 3.000 Meter tief.

Aus der Untersuchungskommission hieß es, auf jeden Fall solle bis Ende Juni ein Bericht zum Absturz vorgelegt werden, auch wenn die Flugschreiber bis dahin nicht gefunden seien.

Das französische Spezialschiff "Laplace" verließ unterdessen das Suchgebiet, wie die Marine des Landes mitteilte. Das mit spezieller Unterwassertechnik ausgestattete Schiff hatte seit Ende Mai bei der Suche geholfen und auch die Signale eines Flugschreibers empfangen. (APA, 16.6.2016)

  • Teile des Wracks.
    foto: afp photo / egyptian military spokesperson's facebook page / ho

    Teile des Wracks.

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