Rumänien und Schweiz weiter im Aufstiegsrennen

15. Juni 2016, 20:07
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Rumäne Stancu mit zweiten Elfmeter-Tor – Schweiz scheiterte an Chancenverwertung

Rumänien und die Schweiz haben sich am Mittwoch bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich die Punkte geteilt. Mit dem 1:1 (1:0) am Mittwoch im Prinzenparkstadion von Paris haben beide die Chance auf das Achtelfinale gewahrt.

Bogdan Stancu, der schon gegen Frankreich per Elfmeter getroffen hatte, brachte Rumänien mit einem verwandelten Strafstoß in Führung (18.), Admir Mehmedi gelang in der 57. Minute der Ausgleich. Für Rumänien war es der erste Punkt, allerdings haben sie in der abschließenden Runde am Sonntag mit Albanien noch gegen den vermeintlich leichtesten Gegner der Gruppe A zu bestehen. Die Schweiz hält bei vier Zählern und bekommt es noch mit Gastgeber und Mitfavorit Frankreich zu tun.

Die Eidgenossen starteten gut in die richtungsweisende Partie. Doch Haris Seferovic, der schon zum Auftakt gegen Albanien (1:0) eine Vielzahl an Chancen vergeben hatte, fehlte zweimal (7., 16.) neuerlich die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Erste Aktion genutzt

Die Rumänen, gegenüber der Eröffnungspartie gegen Frankreich (1:2) an vier Position verändert, nützten dagegen gleich ihre erste gefährliche Aktion zur Führung. Schweiz-Kapitän Stephan Lichtsteiner hielt den starken Alexandru Chipciu im Strafraum am Trikot, Stancu verwertete den Elfmeter sicher (18.). Stancu hatte schon gegen Frankreich per Elfmeter getroffen und schaffte nun, was nicht einmal Rumäniens größtem Star Gheorghe Hagi gelungen war: zwei Tore bei EM-Endrunden.

Cristian Sapunaru hätte beinahe die Führung ausgebaut, sein Schuss landete aber nur an der Außenstange (28.). Auf der Gegenseite vergab Admir Mehmedi per Kopf zunächst seine erste große Ausgleichschance (39.), die zweite verwertete er aber spektakulär. Nach einem kurz abgewehrten Eckball donnerte er den Ball ins Kreuzeck (57.).

Schweiz drängte

Die Schweizer übernahmen nun vollends das Kommando und drängten auf den Siegestreffer, waren aber im Abschluss zu wenig konsequent. Dennoch dürfen die Schweizer hoffen, im vierten Anlauf erstmals den Aufstieg aus der Gruppenphase zu schaffen. 1996, 2004 und 2008 waren sie jeweils als Gruppenletzter ausgeschieden, die EURO 2016 ist damit schon die bisher beste EM-Endrunde der "Nati".

Rumänien benötigt gegen Albanien einen Sieg für die Chance, zum zweiten Mal nach 2000 die K.o-Runde zu erreichen. (APA, 15.06.2016)

Fußball-EM 2016, Gruppe A, 2. Runde:

Rumänien- Schweiz Endstand 1:1 (1:0).

Paris, Parc des Princes, 38.989 Zuschauer, SR Sergej Karasew (RUS).

Tore:

1:0 (18.) Stancu (Elfmeter)
1:1 (57.) Mehmedi

Rumänien: Tatarusanu – Sapunaru, Chiriches, Grigore, Rat (62. Filip) – Prepelita, Pintilii (46. Hoban) – Torje, Stancu (83. Andone), Chipciu – Keserü

Schweiz: Sommer – Lichtsteiner, Schär, Djourou, Rodriguez – Behrami, G. Xhaka – Shaqiri (91. Tarashaj), Dzemaili (83. Lang), Mehmedi – Seferovic (64. Embolo)

Gelbe Karten: Prepelita, Chipciu, Keserü, Grigore bzw. Xhaka, Embolo

Stimmen:

  • Vladimir Petkovic (Teamchef Schweiz): "Ein Punkt war das Minimum. Gegen Frankreich müssen wir aber besser spielen, um zu gewinnen. Mit einem Punkt könnten wir zufrieden sein. Wir könnten einen wichtigen Schritt in Richtung der nächsten Runde machen und wären fast sicher schon im Achtelfinale."
  • Admir Mehmedi (Schweiz Torschütze): "Der Punkteverlust ist sehr ärgerlich. Wir haben eine Super-Leistung gezeigt. Das war eine riesige Steigerung gegenüber dem ersten Spiel. Wir sind schlecht belohnt worden. Nun müssen wir vorwärts schauen und im dritten Spiel alles klarmachen. Wir machen sehr, sehr vieles richtig. Vor dem Tor fehlt das gewisse Glück und die Kaltschnäuzigkeit."
  • Xherdan Shaqiri (Mittelfeldspieler Schweiz): "Einen Punkt nehmen wir gerne mit, wir haben ihn uns erarbeitet. Wir sind unnötig in Rückstand geraten, haben alles probiert, wieder gut gespielt. Wir können stolz darauf sein, dass wir es aufgeholt haben. Rumänien stand defensiv sehr gut und lauerte auf Konter. In der 2. Halbzeit standen sie offener, sie kamen dadurch zu mehr Chancen. Es war ein Spiel, in dem man fighten musste."
  • Granit Xhaka (Mittelfeldspieler Schweiz): "Wir können nicht zufrieden sein. Das war unser bestes Spiel seit langem. Aber es ist immer wieder das Gleiche: Auf diesem Niveau erhält man nicht 20 Chancen. Die Mannschaft hat eine sehr gute Reaktion gezeigt. Gegen Frankreich wird das nun ein geiles Spiel."
  • Die Schweiz und Rumänien trennen sich mit einem Remis.
    foto: afp/lopez

    Die Schweiz und Rumänien trennen sich mit einem Remis.

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