Die Formel 1 hat ein Alkoholproblem

15. Juni 2016, 18:33
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Gesundheitsorganisationen kritisieren Vertrag mit Bierhersteller Heineken

Baku – Zigarettenmarkennamen auf Formel-1-Autos – das war jahrelang ein gewohntes Bild. Das Tabakwerbeverbot lässt das heute nicht mehr zu. Philip Morris (Marlboro) ist aber immer noch Sponsor der Scuderia Ferrari.

Für Kritik sorgt nun aber ein Sponsordeal mit einem anderen Genussmittelhersteller. Vergangene Woche präsentierte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in Kanada den niederländischen Brauriesen Heineken als neuen Seriensponsor. Nun verlangt "Eurocare" im Namen von 40 Gesundheitsorganisationen das rasche Ende dieses Vertrages. Alkohol und Autofahren, das gehe nicht zusammen, heißt es.

Der Vertrag mit dem drittgrößten Brauereikonzern der Welt soll der Formel 1 in den kommenden Jahren zwischen 150 und 220 Millionen Dollar bringen.

Alkoholmarken würden zunehmend die Sponsorships in der Formel 1 dominieren, beklagt Eurocare in einer am Dienstag verfassten Aussendung. Damit würde ein populärer Motorsport mit etwas verlinkt, was körperlichen, mentalen und sozialen Schaden anrichte, heißt es. Alkohol sei einer der Hauptgründe für tödliche Verkehrsunfälle auf Straßen.

Stopp der Kampagnen gefordert

Die Formel 1 solle sich fragen, ob sie Motorsport oder eine Werbeaktion für Alkohol sein will, kritisierte in einem offenen Brief Mariann Skar, Generalsekretärin der European Alcohol Policy Alliance, und forderte den sofortigen Stopp dieser Kampagnen.

Eurocare ist eine Vereinigung nichtstaatlicher Gesundheitsorganisationen mit Sitz in Brüssel und 60 Mitgliedern in 25 europäischen Ländern.

Autofahren unter Alkoholeinfluss sei neben überhöhter Geschwindigkeit eine der Hauptursachen für tödliche Unfälle, heißt es in dem Brief. Alkoholmarken nicht mit dem Autofahren in Verbindung zu bringen, sei in den EU-Regulationen und den Codes der Getränkeindustrie festgeschrieben, betonte Skar. In Frankreich würde man dies bereits exekutieren.

Selbstverständlich mit 0,0 Promille am Steuer werden die Formel-1-Fahrer am Wochenende in Baku Auto fahren. In Aserbaidschan steigt erstmals ein F1-Rennen – der Grand Prix von Europa. (APA, red; 15.6.2016)

  • Bernie Ecclestone hat einen umstrittenen Deal ausgehandelt.
    foto: apa/afp/istiten

    Bernie Ecclestone hat einen umstrittenen Deal ausgehandelt.

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