Aufstockung erwünscht

Kolumne15. Juni 2016, 18:16
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Der Modus der EURO ist eine Frechheit. Dass nur vier der sechs Gruppendritten weiterkommen, ist desaströs. Es sollten zumindest auch die fünf besten Gruppenvierten aufsteigen dürfen, dann könnten 23 der 24 bleiben. Die Uefa hätte einen richtigen Verlierer, auf den sich die geballte Kritik bündeln lässt. Natürlich wäre eine ungerade Zahl ein Problem für die K.-o.-Phase (23 ist niemals durch zwei teilbar), man müsste sich am Tennis orientieren, Freilose verschenken. Selbstverständlich in ungerader Anzahl, sonst hätte man das Problem nur aufgeschoben, sieben wäre eine perfekte Lösung.

Österreich zählt nach dem ersten Spieltag zu den drei schlechtesten Gruppenvierten, wäre also im Rennen. Auch Belgien und die Ukraine haben 0:2 verloren. Dass deren Bezwinger Italien und Deutschland unter die Ungarn zu stellen sind, darf keine Rolle spielen, im Fußball zählt das nackte Resultat. Späßchen beiseite: Der Auftritt in Bordeaux hat irritiert. Dabei soll die Vorbereitung perfekt gewesen sein. Selbst Teamchef Marcel Koller hat die fehlende Präzision erschreckt. Nun werden Durchhalteparolen ausgegeben. Man müsse gegen Portugal und Island die in der Quali gezeigten Tugenden abrufen, dürfe die Köpfe nicht in den Sand stecken.

Das Horrorszenario: Niederlage am Samstag gegen Portugal, Island schlägt Ungarn. Dann ist Österreich fix Gruppenvierter, eventuell sechstbester, was im geltenden Modus aber wurscht wäre. Natürlich ist der dritte Platz möglich, die Ränge eins und zwei sind nach Stand der Dinge eher ein Fall für die Unwahrscheinlichkeitsrechnung. Scheitert man letztendlich als fünfbester Gruppendritter, wäre das in erster Linie Pech. (Christian Hackl, 15.6.2016)

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