Wenth wünscht sich Russland-Ausschluss

15. Juni 2016, 18:02
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Langstreckenläuferin will "Ausrufezeichen" von IAAF sehen

Wien – Österreichs beste Langstrecken-Bahnläuferin erhofft sich vom Council des Leichtathletik-Weltverbandes am Freitag in Wien eine Verlängerung des Banns gegen den russischen Verband. "Es wäre ein gutes Ausrufezeichen, wenn man Russland ausschließt, auch für die anderen Nationen, die kein funktionierendes Anti-Doping-System haben", sagte Jennifer Wenth zur APA.

Bleibt der Verband suspendiert, werden die Europameisterschaften im Juli in Amsterdam und die Olympischen Spiele im August in Rio de Janeiro ohne die Leichtathleten aus der Großmacht stattfinden. Wenth erhofft sich davon eine abschreckende Wirkung. "Das wäre auch für andere Länder ein Zeichen, dass man nicht so weitermachen kann." Für jene, deren Anti-Doping-Kontrollsystem ebenfalls wenig vertrauenswürdig ist. Sie zweifelt nicht daran, dass die Vorwürfe gegen Russland stimmen.

Wenth persönlich nicht betroffen

Wenth landete 2015 bei der WM in Peking im 5.000-m-Finale an der 15. Stelle, vor ihr war keine russische Läuferin platziert. "Was mich betrifft, wäre es also egal, ob sie Russland ausschließen. Sie dezimieren sich eh grad selber, früher waren acht bis zehn in den Top 30." Auf den Rängen eins bis drei waren Äthiopierinnen, von vier bis sieben folgten Kenianerinnen.

Die Dopingfälle in Russland erzeugen für Wenth einen "Generalverdacht in den Köpfen der Leute", Doping ist für sie aber kein allein russisches Problem. "Wenn da eine Äthiopierin eine Minute schneller als alle anderen ist, ist das für die Zuschauer auch komisch. Es trainieren alle gut, aber so gut kannst gar nicht trainieren .... genetische Veranlagung, Höhenlage hin oder her. Manches kann man nicht glauben, manches ist nicht glaubwürdig. Es ist bitter, wenn man selbst eine saugute Leistung abliefert und nicht aufsteigt."

Wenth wünscht sich, dass der Ausschluss von Russland einiges in Gang bringt. "Dass es wieder realistisch wird, dass man als saubere Europäerin eine Medaille bei Olympia oder einer Weltmeisterschaft machen kann. Das wäre erstrebenswert. Auch für den Nachwuchs, dass der Aussichten hat."

"Unendliche Freude" über Rio-Sperre

Möglich ist auch noch, dass das Internationale Olympische Komitee im Juli Russland als Nation mit einem Rio-Bann belegt. "Das würde mich unendlich freuen und wäre mir das allerliebste. Dann würde Julia Hauser, eine Freundin von mir, im Triathlon mit dabei sein. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass wenn in Russland in der Leichtathletik gedopt wird, das in anderen Ausdauersportarten nicht auch so sein sollte."

Wenth hat bereits im Vorjahr das Olympia-Limit über 5.000 m erbracht. Sie muss mit 15:40,00 Minuten noch eine Leistungsbestätigung bringen, kürzlich lief sie mit 15:41,24 in Wien knapp daran vorbei. (APA, 15.6.2016)

  • Jennifer Wenth will keine russischen Athleten bei EM und Olympia sehen.
    foto: apa/epa/srdjan suki

    Jennifer Wenth will keine russischen Athleten bei EM und Olympia sehen.

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