Bale stichelt, England erhitzt sich

15. Juni 2016, 14:22
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Wales träumt vom Aufstieg, England will den Nachbarn aus seinem Traum reißen

Lens – Mit solch hohen Hoffnungen ist Englands neue Generation nach Frankreich gekommen. Und jetzt das: Die Waliser – Waliser! – spotten und sticheln vorm nunmehr auch schon wieder 102. Aufeinandertreffen. (Donnerstag, 15.00 Uhr, Liveticker auf derStandard.at)

Gareth Bale, der sich vom Real-Klubkollegen Cristiano Ronaldo nicht nur das Freistoßschießen abgeschaut hat, höhnte: "Keiner der Engländer ist gut genug, um in unserem Team zu spielen." Zwar, ja, eh: Schon ein recht starkes Team, "aber wir kennen auch ihre Schwächen".

Eine davon heiße gar Wayne Rooney. Joe Ledley, so vernimmt man, wird den zur hängenden Schaltstelle Umfunktionierten quasi als Wachhund verfolgen. Ledley ist erst von einem vor fünf Wochen erlittenen Wadenbeinbruch genesen, kam beim 2:1 über die Slowakei schon für 21 Minuten auf den Platz.

Dass ein eben erst Genesener Rooney zugeteilt bekommt, mag als Motivation empfunden werden. Oder auch als Provokation. So ging es jedenfalls in die englische Kehle. Und gemeinsam mit den Bale'schen Sticheleien – er sprach auch vom mangelnden englischen Stolz! – reicht das für einen englischen Aufschrei. Teamchef Roy Hodgson sagte erhitzt. Bale sei "respektlos". Bale legte nach: "Ich habe nicht gesagt, dass sie keinen Stolz haben. Ich denke nur, wir haben mehr."

Im direkten Inselduell, 101 waren es seit 1979, ist die Angelegenheit aber klar. 66-mal siegte England, das mit dem 1:1 gegen Russland ins Turnier geholpert ist; der letzte walisische Sieg begab sich 1984; in zehn Quali-Spielen für Welt- und Europameisterschaften holte Wales lediglich einen Punkt.

Das 102. Inselderby wird jedenfalls auch eines, das dem Schiedsrichterteam einiges aufzulösen geben wird. Der 40-jährige Münchner Felix Brych muss die Geplänkel in geordnete Spielbahnen lenken. Aber britische Kicker tun das für gewöhnlich eh. (sid, wei, 15.6.2016)

Mögliche Aufstellungen, Gruppe B, 2. Runde:

England – Wales (15.00 Uhr, Lens, Stade Bollaert-Delelis, SR Brych/GER)

England: 1 Hart – 2 Walker, 5 Cahill, 6 Smalling, 3 Rose – 20 Alli, 17 Dier, 10 Rooney – 8 Lallana, 9 Kane, 7 Sterling

Ersatz: 13 Forster, 23 Heaton – 12 Clyne, 16 Stones, 21 Bertrand, 4 Milner, 14 Henderson, 18 Wilshere, 19 Barkley, 11 Vardy, 15 Sturridge, 22 Rashford

Wales: 1 Hennessey – 5 Chester, 6 A. Williams, 4 Davies – 2 Gunter, 7 Allen, 14 Edwards, 10 Ramsey, 3 Taylor – 20 J. Williams, 11 Bale

Ersatz: 12 Fon, 21 Ward – 15 Richards, 19 Collins, 8 King, 17 Cotterill, 22 Vaughan, 13. G. Williams, 16 Ledley, 18 Vokes, 23 Church, 9 Robson-Kanu

  • England und Wales mögen sich nicht so.
    foto: apa/afp/paul ellis

    England und Wales mögen sich nicht so.

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