Möbelkonzern Steinhoff nimmt britische Billigkette ins Visier

15. Juni 2016, 11:39
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Mit dem Management des Übernahmeziels hat sich Steinhoff offenbar bisher nicht gesprochen

Frankfurt – Der Möbelkonzern Steinhoff nimmt einen neuen Anlauf auf dem britischen Markt. Das deutsch-südafrikanische Unternehmen hat nach eigenen Angaben die Billig-Ladenkette Poundland ins Visier genommen und erwägt eine Übernahmeofferte. Poundland, die mit mehr als 10.000 Mitarbeitern fast 600 Läden in Großbritannien und Irland betreibt, ist an der Londoner Börse mehr als 500 Millionen Pfund wert. Am Mittwoch schoss die Aktie um mehr als sieben Prozent nach oben. Poundland verkauft die meisten seiner Produkte für ein Pfund und erwirtschaftet damit einen Milliardenumsatz.

Mit dem Management des Übernahmeziels hat Steinhoff offenbar bisher nicht gesprochen. Die Ankündigung sei ohne Zustimmung von Poundland erfolgt, hieß es in der Mitteilung. Steinhoff müsste eine Übernahmeofferte nach britischem Recht spätestens am 13. Juli vorlegen.

Zuletzt war Steinhoff zweimal mit Übernahmeplänen in Europa gescheitert. Beim drittgrößten europäischen Elektronik-Händler Darty war der Möbelriese ("Poco", "Conforama", "Leiner", "Kika") nach einem wochenlangen Bietergefecht von der französischen Groupe Fnac ausgestochen worden. Von dem britischen Katalog-Möbelhändler Home Retail Group ("Argos") ließ Steinhoff nach einer Prüfung der Bücher die Finger und ließ der britischen Supermarktkette Sainsbury den Vortritt.

Steinhoff, im Möbelhandel weltweit die Nummer zwei hinter Ikea, war im Dezember von der Börse in Johannesburg (Südafrika) an die Frankfurter Börse gewechselt, nachdem das Unternehmen den Löwenanteil seines Umsatzes inzwischen in Europa erwirtschaftet. Der 1964 in Westerstede bei Bremen gegründete Konzern pirscht sich seit Jahren – zunächst in Südafrika, inzwischen auch in Europa – auch in verwandte Geschäftsfelder wie Haushaltswaren und Bekleidung vor. (APA, 15.6.2016)

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