Konjunktur nimmt wieder etwas Fahrt auf

15. Juni 2016, 11:36
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Bank-Austria-Konjunkturindikator: Inlandsnachfrage schiebt Wirtschaft an – Internationale Risiken bleiben

Wien – Die österreichische Konjunktur nimmt aktuell wieder etwas mehr an Fahrt auf, schreiben die Ökonomen der Bank Austria in ihrem Konjunkturindikator für den Mai, nachdem es im April eine Abschwächung gegeben hatte. Sowohl bei der Industrie als auch bei Konsumenten habe sich die Stimmung verbessert. Die Bank Austria erwartet weiter 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum 2016 – wenn es nicht zum Brexit kommt.

Aus dem Ausland erwarten Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer und Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl kaum Impulse, weil die globalen Wachstumsaussichten begrenzt seien. Dazu kommen Risiken durch die Zinspolitik der USA und schwaches Wachstum in China – und vor allem durch die drohende Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen. Käme es zum Brexit, hätte das für die EU und Österreich negative Auswirkungen.

Wirtschaftliches Desaster Brexit

"Der Brexit wäre nach meiner Einschätzung ein wirtschaftliches Desaster für das Königreich. Eine Abwertung des Pfund, ein Inflationsanstieg und eine Rezession wären einige der Folgen", schreibt Bruckbauer. "Kurzfristig würde die aufkeimende Verunsicherung zu Turbulenzen an den Märkten führen, von denen Länder an der EU-Peripherie und die Länder Mittel- und Osteuropas besonders stark betroffen wären. Damit wäre auch Österreich als stark in Osteuropa engagiertes Land anfällig für Verwerfungen", so die Analyse.

Der Bank Austria Konjunkturindikator ist im Mai auf 0,4 Punkte gestiegen, nach 0,0 im April. Das zweite Quartal werde aber schwächer ausfallen als das erste, in dem es ein Wachstum von 0,8 Prozent gegeben hatte. "Das Wirtschaftswachstum hat zu Beginn 2016 voraussichtlich bereits die höchste Dynamik des Jahres erreicht", so die Einschätzung Bruckbauers.

Mehr Investitionen machen Hoffnung

Wie seit längerem beschrieben geben die privaten Haushalte dank Steuerreform mehr Geld aus und auch die öffentliche Hand macht Schulden, um die Versorgung der Flüchtlinge zu finanzieren und kurbelt damit die Wirtschaft an. Aber "erstmals seit drei Jahren treibt auch die Investitionstätigkeit die österreichische Wirtschaft wieder merklich an".

Die Österreicher müssen sich darauf einstellen, dass die Inflation das vierte Jahr in Folge über dem Durchschnittswert der EU liegen wird. Zwar hat die durchschnittliche Teuerungsrate in Österreich in den ersten fünf Monaten nur 0,8 Prozent betragen, im zweiten Halbjahr sei aber mit einer Beschleunigung zu rechnen. Für das Gesamtjahr erwartet die Bank Austria 1,1 Prozent Inflation – während es in der EU nur 0,2 Prozent sein dürften. Angeheizt werde die Teuerung durch steigende Mieten und Hotel- und Restaurantpreise. (APA, 15.6.2016)

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