Erstmals "Händigkeit" bei Molekül im All beobachtet – Katzen können Physik, ganz ohne Schrödinger

15. Juni 2016, 07:00
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Erstmals "Händigkeit" bei Molekül im All beobachtet

foto: b. saxton, nrao/aui/nsf

Pasadena – Unsere Erde ist voll von sogenannten chiralen Molekülen: Das sind Verbindungen, die es in spiegelbildlicher Form noch einmal gibt und die ebendeshalb nicht exakt übereinstimmen – so wie ein rechter Handschuh links nicht gut passt und umgekehrt. Nun haben Forscher diese "Händigkeit" erstmals bei Molekülen außerhalb der Erde entdeckt: Forscher um Brett McGuire spürten mittels Radiowellen das chirale Molekül Propylenoxid in Sagittarius B2 Nord auf, einer Wolke aus Gas und Staub, die rund drei Millionen Mal mehr Masse hat als die Sonne und sich im Zentrum der Milchstraße befindet.

Abstract
Science: "Discovery of the interstellar chiral molecule propylene oxide (CH3CHCH2O)"

Katzen können Physik – ganz ohne Schrödinger

Kioto – Wenn von Physik und Felinen die Rede ist, denken wissenschaftlich gebildete Leser zuerst einmal an Schrödingers Katze. Allem Anschein nach verstehen aber auch ganz normale Katzen Grundgesetze der Physik, wie Forscher um Saho Takagi (Uni Kioto) im Fachblatt "Animal Cognition" berichten: Sie testeten, wie Katzen reagierten, wenn sich Dinge in einem Container befanden, der geschüttelt und dann umgedreht wurde. War der Aufprall des Dings im Container nicht zu hören (weil es festgeklebt war), reagierten die Katzen mit besonders viel Aufmerksamkeit.

Abstract
Animal Cognition: "There's no ball without noise: cats' prediction of an object from noise"

(red, 15. 6. 2016)

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